
Berlin (dpa) – Linke und Grüne in Berlin haben die Absage einer geplanten Veranstaltung der Volksbühne mit dem Verein der Schwarzen Community aus Sicherheitsgründen als «unerträglich» bezeichnet. «Dass die Absage wegen Sicherheitsbedenken erfolgen musste und das gemeinsame Schwimmen für schwarze Kinder und Jugendliche im Volksbad nun ausfällt, zeigt, wie sehr Hass und Hetze um sich greifen», sagte Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp der Deutschen Presse-Agentur.
Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von einem «Skandal». «Das ist für unsere gesamte Stadt beschämend und das Gegenteil dessen, wofür Berlin als Stadt der Freiheit steht. «Rechtsextremismus und Rassismus die Stirn zu bieten und sich als Politik klar hinter die Menschen und hinter solche Orte zu stellen, ist jetzt dringend notwendig», betonte die Linken-Politikerin.
Nach teils rassistischen Diskussionen und Drohungen hatten die Berliner Volksbühne und der Verein «Each One Teach One» (Eoto) die für heute geplante Veranstaltung abgesagt, bei der exklusiv für Menschen der Schwarzen Community Schwimmen angeboten werden sollte.
Sicherheit kann nicht garantiert werden
Man könne eine sichere An- und Abreise der angemeldeten Besucher ebenso wenig garantieren wie einen entspannten Feriennachmittag, hieß es. Eoto ist im Bereich der Rassismusprävention tätig und setzt sich für das Empowerment (Deutsch: Selbstbefähigung) Schwarzer Menschen ein. Der Verein ist einer der Träger des Black Communities Center in Berlin-Wedding, das dieses Jahr eröffnet wurde.
Der Verein habe das Bad regulär für seine Mitglieder gemietet, erklärte Linke-Politikerin Eralp. «Das Volksbad ermöglicht damit Zugänge für Menschen, die oft von Ausschlüssen und Rassismus betroffen sind. Das als eine Form von Diskriminierung zu bezeichnen, lässt tief blicken.»
Theaterchef verteidigte Veranstaltung
Seit dem 7. August 2026 und noch bis Anfang Oktober steht vor dem Theater ein 25 Meter langes und 1,30 Meter tiefes Freibad, das sogenannte Volksbad. Der Eintritt ist kostenlos. An einigen Tagen allerdings ist das Schwimmbecken für bestimmte Vereine reserviert. Dabei will die Volksbühne auch bleiben: «Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten», teilte der Intendant der Berliner Volksbühne, Matthias Lilienthal, mit.
