
Berlin (dpa) – Drei Polizisten klopfen bei Dieter Elsner, der ältere Mann öffnet die Wohnungstür – genau das sollte er eigentlich aus Sicht der Polizei nicht tun. Denn: Fälle von Trickbetrug sind in Berlin laut Polizei zuletzt «spürbar gestiegen». Vor allem Senioren über 80 Jahre sind Polizeistatistiken zufolge Ziele der Täter.
Elsner berichtet selbst von einem Anruf eines angeblichen Polizisten, der eine hohe Summe forderte. Oft würden die Täter genau so vorgehen, erklärt Polizeisprecher Michael Gassen. Sie tauchen etwa spontan auf oder rufen an, täuschen ihre Identität vor und verlangen unter Zeitdruck Geld.
Die Polizisten besuchen daher gezielt Senioren und klären über die Maschen auf. «Es ist natürlich widersprüchlich, dass wir davon abraten, Fremde ins Haus zu lassen – aber selbst dafür ins Wohnzimmer kommen», gibt Polizist Dag Buchmann zu. Senioren seien so aber oft am besten zu erreichen. Die Polizei hatte vor ihrem Präventiveinsatz Plakate in der Wohngegend aufgehängt, um über die Aktion zu informieren.
Betrug oft mit organisierter Kriminalität
Das Landeskriminalamt erfasste in diesem Jahr bis Mitte August 1.682 Strafanzeigen solcher Betrugsfälle, die laut Polizei oft mit organisierter Kriminalität zusammenhängen. Im Gesamtjahr 2025 waren es 2.237. «Wir sind nicht zufrieden mit den Zahlen», sagt Michael Gassen.
Als Folge kündigte er unter anderem mehr zivile Kontrollen in Wohngegenden an. Zudem wollen die Beamten Angehörige und Nachbarn sensibilisieren, auf ältere Mitmenschen zu achten. Die Polizei empfiehlt, die Tür Fremden nicht zu öffnen und eine Vertrauensperson oder die Polizei zu kontaktieren.
