Am 20. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. (Archivbild)
Am 20. September wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Die Linke ist im Wahljahr 2026 zur mitgliederstärksten Partei in Berlin aufgestiegen – dank eines zuletzt extrem starken Zulaufs. Sie löste mit rund 18.000 Mitgliedern die Grünen an der Spitze ab, wie eine Recherche der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Nach Angaben des Landesgeschäftsführers der Linken Bjoern Tielebein zählte seine Partei am 30. Juni 17.843 Mitglieder, gut 2.000 (12,7 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Inzwischen seien es sogar 18.338. «Im Schnitt gibt es aktuell täglich 20 Neueintritte», so Tielebein. «Die Linke ist jünger, sie ist weiblicher und die Partei wächst immer weiter.» Das gebe viel Schwung für den Wahlkampf zur Berlin-Wahl am 20. September.


Grüne verlieren Mitglieder

Knapp auf Platz zwei liegen die Grünen, bei denen die Entwicklung nach einem Mitgliederplus 2025 zuletzt wieder rückläufig war. Am 30. Juni zählte die Ökopartei 17.513 Mitglieder, rund 600 oder 3,4 Prozent weniger als vor Jahresfrist (18.133). Seit Beginn des Wahlkampfes zeichne sich nun wieder eine positive Tendenz ab, so eine Sprecherin.

Die SPD, die viele Jahre mitgliederstärkste Partei in Berlin war, teilte auf dpa-Anfrage keine aktuellen Zahlen mit. Zum Jahresanfang hatte sie ihre Mitgliederzahl mit 17.673 angegeben. Die CDU meldete zum Halbjahrestermin 12.159 Mitglieder. Das waren 272 oder 2,2 Prozent weniger als vor einem Jahr (12.431). Landesgeschäftsführer Dirk Reitze sprach von normaler Fluktuation.

Plus bei AfD und BSW 

Die AfD verzeichnete binnen eines Jahres einen Anstieg von 1.908 auf 2.084 Mitglieder (Stand Juni 2026). «Der Zuwachs von neun Prozent spiegelt die gestiegene Unterstützung wider», sagte ein Parteisprecher. 

Bei der FDP ist der Trend rückläufig. Nach Angaben von Generalsekretär Peter Langer hatte die Partei in Berlin am 30. Juni 3.370 Mitglieder. Das waren 274 oder 7,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (3.644). Das noch recht junge Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wiederum steigerte die Zahl seiner Mitglieder binnen Jahresfrist von 292 auf 1.090, wie ein Sprecher mitteilte.