
Berlin (dpa/bb) – Nach Meinung des Präsidenten des Berliner Fußball-Verbandes Bernd Schultz sollte Gianni Infantino seinen Posten an der Spitze des Weltverbandes räumen. «Ja, absolut. Es sollte eine personelle Neuaufstellung an der FIFA-Spitze geben», antwortete Schultz dem «Tagesspiegel» auf die Frage, ob Infantino zurücktreten soll.
Wichtig sei, dass man geschlossen handele. «Allein gegen Infantino loszurennen – das bringt gar nichts», erklärte der 68-Jährige. Infantino hatte versucht, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Nach wenigen Tagen stoppte er diese Pläne unter großem Druck, vor allem von der Europäischen Fußball-Union UEFA.
Schultz: «Er trifft Entscheidungen aus Eigeninteresse»
«Meiner Wahrnehmung nach betreibt Gianni Infantino eine autokratische Verbandsführung. Er trifft Entscheidungen aus Eigeninteresse und übergeht Gremien innerhalb des Verbands», befand Schultz und nannte als Beispiel das Krisentreffen in Rabat. «Er hat sich mit seinen direkten Angestellten beraten, die ihm natürlich ihre Treue schworen. Besser wäre es aber gewesen, er hätte sich mit dem FIFA-Rat besprochen, in dem die Verbandschefs der Kontinentalverbände sitzen – aus diesen kommt schließlich auch Gegenwind.»
Infantinos Vorgänger Joseph Blatter hatte die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness als mögliche Nachfolgerin ins Gespräch gebracht. Eine Personalentscheidung, die Schultz begrüßen würde. «Die Frage aber ist, ob das Gros der Mitgliedsverbände das auch so sieht. Es müsste ein Kandidat oder eine Kandidatin gefunden werden, der oder die die besten Chancen hätte», sagte der BFV-Präsident.
