Im Berliner Tiergarten wird an mehreren Stellen an die Opfer des islamistischen Anschlags am Rand des Christiopher Street Day erinnert. (Archivfoto)
Im Berliner Tiergarten wird an mehreren Stellen an die Opfer des islamistischen Anschlags am Rand des Christiopher Street Day erinnert. (Archivfoto) Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin (dpa) – Knapp zwei Wochen nach dem islamistischen Anschlag am Rand des Christopher Street Day (CSD) beendet die Berliner Polizei ihr Betreuungsangebot vor Ort. Die mobile Wache ist heute noch bis 18.00 Uhr am Anschlagsort im Großen Tiergarten, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage mitteilte. Danach seien Beamte aber weiterhin als Streife im Park unterwegs. 

In den vergangenen Tagen konnten sich Menschen, die Unterstützung suchten oder reden wollten, jederzeit vor Ort an Polizistinnen und Polizisten wenden. Seit dem 27. Juli nutzten etwa 280 Menschen diese Möglichkeit, wie es hieß. 


Die Polizei stand in unmittelbarer Nähe zum Tatort nahe dem Brandenburger Tor, wo Menschen nach dem Anschlag an mehreren Stellen Blumen, Kränze, Trauerbekundungen und sonstige Botschaften hinterließen. 

Neuer Gedenkort

«Es gab viele Trauernde sowie Zeug*innen, die noch einmal zum Tatort gekommen sind. Zudem Menschen, die gesagt haben: „Ich war genau eine Stunde vorher hier.“ Auch das macht etwas mit ihnen», sagte Uta Bolze vom Team der Notfallseelsorge/Krisenintervention Berlin dem «Tagesspiegel»

Seit Donnerstag gibt es dort einen neuen Gedenkort. Anstelle des Baumes, der infolge des mit einem Auto ausgeführten Anschlags im Tiergarten gefällt werden musste, wurde ein neuer Baum gepflanzt. Daneben ließ das Bezirksamt Mitte eine Bank in Regenbogenfarben aufstellen.

Eine Frau getötet, viele Verletzte

Bei dem Terroranschlag am 25. Juli war der islamistisch motivierte Attentäter im Tiergarten mit einem Van in eine Menschengruppe gefahren und mit dem Fahrzeug anschließend gegen einen Baum geprallt. Danach griff der 21 Jahre alte Islamist – vermutlich mit einer Machete – weitere Menschen an, bevor er floh. Eine Frau wurde getötet und 31 Menschen zum Teil schwer verletzt. 

Der Attentäter wurde am Tag nach dem Anschlag von Polizisten in Berlin erschossen, als die Beamten ihn festnehmen wollten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen zu den Hintergründen des Anschlags übernommen. 

Rund 460 Hinweise

Ein Hinweisportal der Berliner Polizei, bei dem mögliche Zeuginnen und Zeugen Hinweise in Form von selbst aufgenommenen Fotos oder Videos zum Tatgeschehen geben konnte, wurde am Mittwoch geschlossen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin gingen dort rund 460 Hinweise ein. Details dazu nannte sie nicht.