Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) feiert mit der Leag 50 Jahre Geschichte des Kraftwerks Jänschwalde. Ende 2028 soll Schluss sein.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) feiert mit der Leag 50 Jahre Geschichte des Kraftwerks Jänschwalde. Ende 2028 soll Schluss sein. Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Jänschwalde (dpa/bb) – Vor 50 Jahren begann der Bau des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz – künftig soll sich dort ein zentraler Energiewende-Standort entwickeln. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) feierte gemeinsam mit dem Energieunternehmen Leag das 50. Jubiläum seit der Grundsteinlegung des symbolträchtigen Kraftwerks im Osten Deutschlands.

Doch die Anlagen laufen mit dem vereinbarten Kohleausstieg nicht mehr lange: Ende 2028 werden alle Kraftwerksblöcke endgültig stillgelegt. 


Woidke: Ausdruck sicherer Energieversorgung

«Als Lausitzer verbinde ich mit dem Blick auf die Türme des Kraftwerks Jänschwalde immer den Begriff Sicherheit. Das Kraftwerk steht seit 50 Jahren für eine sichere Energieversorgung und für sichere Arbeitsplätze, für Wertschöpfung und Wohlstand», sagte Regierungschef Woidke laut einer Mitteilung.

Nach Angaben der Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet. Mit seinen bis heute erhaltenen und umfangreich nachgerüsteten technischen Anlagen stelle es das letzte bedeutende Beispiel für Großkraftwerke dieser Epoche dar.

«Die Lichter gehen hier nicht aus»

«Mit dem bevorstehenden Betriebsende des Kraftwerks Jänschwalde Ende 2028 gehen hier nicht die Lichter aus», sagte der Leag-Arbeitsdirektor und Personalvorstand, Jörg Waniek. Die aktuell noch 578 Beschäftigten erhielten eine Perspektive.

Nach Unternehmensangaben soll Jänschwalde als Standort für erneuerbare Energie mit Windparks und Photovoltaik weiterentwickelt werden. Dort starten noch in diesem Sommer Bauarbeiten für das laut Leag «bundesweit größte Batteriespeichercluster».

Kritik der Grünen

Die Grünen kritisierten: «Die Braunkohle hat Landschaften zerstört, den Wasserhaushalt belastet und riesige Mengen CO2 ausgestoßen. Das darf bei einem Festakt nicht unter den Teppich gekehrt werden.» Bei der Vorbereitung auf die Zeit nach der Kohle gebe es zu wenig sichtbaren Fortschritt. Die Industriegewerkschaft IGBCE Nordost teilte mit, sie erwarte noch mehr Einsatz, Investitionen und Perspektiven für diesen Standort und die Lausitz im Kohleausstieg.