Brandenburgs Minister stellt sich gegen die umstrittene Reform des Unterhaltsvorschusses. (Archivbild)
Brandenburgs Minister stellt sich gegen die umstrittene Reform des Unterhaltsvorschusses. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam (dpa/bb) – Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) kritisiert die Sparpläne beim Unterhaltsvorschuss von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Er verstehe, dass die Kostenexplosion nicht mehr tragbar sei. Doch: «Statt sich nun an Alleinerziehende und deren Kinder zu halten, sollten wir diejenigen heranziehen, die dafür verantwortlich sind, dass die Allgemeinheit für ihre Kinder zahlen muss.» Es müssten die Rechtsmittel verstärkt genutzt werden, um die Rückzahlungen von den Unterhaltsschuldnern einzutreiben.

Den Unterhaltsvorschuss übernimmt der Staat für Kinder von Alleinerziehenden, wenn ein Partner seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt. Prien plant, ihn nicht mehr bis zum 18. Geburtstag zu zahlen, sondern nur noch bis zum 16. Betroffen wären nach ihren Angaben etwa 80.000 Jugendliche. Bis 2017 wurde der Unterhaltsvorschuss lediglich bis zum 12. Lebensjahr gezahlt.


Die Begrenzung bis zum 16. Lebensjahr sei seines Erachtens nach der falsche Weg, sagte Wilke. «Sie greift ein in Bildungswege junger Menschen, sorgt für Verunsicherung und Ängste und hätte schon deswegen wenig Effekt, weil viele Betroffene in die Grundsicherung oder das Wohngeld übergehen müssten, wo sie weiterhin staatlich alimentiert würden.»