Berlin (dpa/bb) – Thies Prinz freute sich beim Finalturnier der FIH Pro League auf dem Berliner Ernst-Reuter-Sportfeld über familiäre Unterstützung. «Unser Manager sichert mir immer genügend Karten, damit ich meine Familie und Freunde reinholen kann», verriet Prinz, der die 7. Auflage der Weltliga als Herren-Kapitän nach einem 2:5 gegen Spanien bei extremen Temperaturen von mehr als 40 Grad auf dem Platz als Tabellensechster abschloss.
Im Anschluss besiegten die Damen um Spielführerin Linnea Weidemann China vor 2.700 Zuschauern mit 5:1 und wurden dank des vierten Sieges im vierten Heimspiel noch Fünfter. «Es hat extrem viel Spaß gemacht. Das Wichtigste war, das Selbstbewusstsein mitzunehmen, das wir gegen mehrere Mannschaften hier mehrmals gewinnen können», sagte die Verteidigerin vom Berliner HC.
In den Kadern der deutschen Hockey-Nationalteams standen mit Prinz und Weidemann sowie Lena Micheel und Johannes Große vier gebürtige Berlinerinnen und Berliner.
Nur Linnea Weidemann spielt noch in Berlin
Weidemann ist aber die Einzige des Quartetts, die noch in der Heimat aktiv ist. Micheel und Große spielen inzwischen in Hamburg, Prinz im Ausland. Micheel, die ihre Hockeywurzeln direkt nebenan auf der Anlage von Zehlendorf 1888 hat, meinte: «Das ist etwas ganz Besonderes, jetzt hier in der Nationalmannschaftsrolle zurückzukehren, und sehr emotional für mich.»
Mit Blick auf die im August in Belgien beginnende WM ergänzte die 28-Jährige: «In der Drucksituation, die uns die Pro League geliefert hat, war es interessant zu gucken, wie sich das Team entwickelt. Bisher klappt es gut und zeigt ein Gesicht der Mannschaft.» Schließlich hatten sich die Damen durch das 2:1 am Donnerstag gegen China vorzeitig den Klassenverbleib gesichert. Aktuell ist Micheel als Rechtsreferendarin noch zwei Jahre an Hamburg gebunden.
Prinz spielt noch mindestens ein Jahr in der niederländischen Hoofdklasse und schließt eine kurzfristige Rückkehr in die Hauptstadt ebenfalls aus. «Das Problem ist, dass die Strukturen zumindest in den Vereinen gerade in Berlin nicht so top sind», meint der 27-Jährige trotz des Wiederaufstiegs des Berliner HC.
Er selbst ist ein Urgestein der Zehlendorfer Wespen. Zur WM, bei der Deutschland als Titelverteidiger an den Start geht, sagt der Topstürmer: «Wir spielen teilweise sehr gute Spiele und machen uns dann wieder durch einfache Fehler das Leben schwer. Es gibt noch genügend Baustellen, aber wir sind auf einem guten Weg.»
