Die Temperaturen kletterten am Wochenende in die Höhe.
Die Temperaturen kletterten am Wochenende in die Höhe. Foto: Patrick Pleul/dpa

Potsdam (dpa/bb) – Brandenburg ächzt unter der enormen Hitze. Bereits am frühen Nachmittag wurden in der Landeshauptstadt Potsdam laut Deutschem Wetterdienst (DWD) Temperaturen um die 40 Grad Celsius gemessen. Die Meteorologen rechnen damit, dass der Hitzerekord für Brandenburg an diesem Wochenende geknackt werden könnte. Höchsttemperaturen sollen am Abend veröffentlicht werden.

Bisher lag der Brandenburger Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen wurden. Am Nachmittag gab der DWD die aktuelle Temperatur in der Stadt im Süden Brandenburgs mit 39,1 Grad an. In Potsdam lag die Temperatur an der Messstation gegen 15.00 Uhr bei 39,3 Grad. Das würde bereits den bisherigen Hitzerekord in Brandenburg übertreffen.


Die Hitze sorgte in weiten Teilen von Brandenburg vermehrt für Einsätze der Feuerwehren und Rettungsdienste. Die Alarmierungen «gehen hintereinander weg», sagte ein Sprecher der Leitstelle Nordwest. Oft handele es sich um Menschen mit Kreislaufproblemen, aber auch um ausgelöste Brandmeldeanlagen, Unfälle oder Feuer.

Notrufe wegen Schwindel

Im Nordosten von Brandenburg war ebenso ein Anstieg der Einsätze zu spüren, wie es von der Leitstelle in Eberswalde hieß. Bei einer Sportveranstaltung in der Uckermark habe man sich um Menschen mit Kreislaufproblemen gekümmert. Außerdem gebe es Einsätze wegen kleinerer Waldbrände. In der Prignitz standen am Freitag bereits mehr als 30 Hektar Wald und Feld in Flammen.

Die Leitstelle in der Lausitz registrierte ein wenig mehr Einsätze wegen Kreislaufproblemen: Menschen klagten zum Beispiel über Schwindel. Die Leitstelle Brandenburg hingegen vermeldete keine Auffälligkeiten. Bis zum Nachmittag sei man noch im Normalzustand.

Auf der Autobahn 12 im Osten von Brandenburg versorgten Einsatzkräfte Menschen, die im Stau standen, am Mittag mit Wasser und Essen. Das berichtete die Leitstelle Oderland. Ansonsten habe man noch keinen Anstieg der Einsätze wegen der Hitze beobachtet.

Die Badegewässer waren am Samstag rappelvoll. Am Heiligensee in Potsdam strömten zig Menschen ins kühle Nass. Auch der Gorinsee im Norden Berlins platzte aus allen Nähten. Das größte Potsdamer Schwimmbad «Blu»- ein Hallenbad – ist so beliebt bei der Hitze, dass eine Schlange bis nach draußen reichte. Geschätzt 100 Menschen – meist Familien mit Kindern – wollten am Nachmittag hinein und mussten warten.

Straßenmeistereien ackern 

Derweil herrschte bei den Straßenmeistereien Hochbetrieb. «Zur Früherkennung erfolgen in Hitzephasen verstärkte Streckenkontrollen», sagte ein Sprecher der Autobahn GmbH. Hitzeschäden würden umgehend ausgebessert, da sie eine Gefährdung für die Verkehrsteilnehmenden darstellten. Bei Betonfahrbahnen würde in der Regel die betroffene Stelle mit Asphalt aufgefüllt.

Wegen der Hitze waren vor dem Wochenende bereits mehrere Veranstaltungen abgesagt worden. Das Sommerfest des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder), der Christopher Street Day (CSD) in Bernau und das 25-jährige Jubiläum des Volksparks Potsdam zählten etwa dazu. Auch das städtische Sportangebot «Fit am Schloss» in Oranienburg fand nicht statt.

Potsdamer Innenstadt recht leer

Die Potsdamer Innenstadt wirkte bei der Hitze teilweise wie ausgestorben. Zwar wurden auch manche Straßencafés in der Innenstadt besucht, aber nicht so gut wie sonst üblich. Manche Leute suchten auch Abkühlung unter Bäumen oder im kühlen Einkaufszentrum.

Am Sonntag setzt sich die extreme Hitze den Angaben nach zunächst fort. Im Tagesverlauf bilden sich jedoch von Südwesten her Quellwolken, bevor örtlich kräftige Hitzegewitter entstehen können. Laut DWD besteht Unwetterpotenzial mit heftigem Starkregen, Hagel sowie schweren Sturmböen.