
Berlin (dpa/bb) – Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag zu einem Warnstreik im Einzelhandel in Berlin aufgerufen. Der Großhandel befinde sich sowohl in Berlin als auch in Brandenburg seit heute im Warnstreik, teilte Verdi mit. Im Brandenburger Einzelhandel kann wegen einer noch andauernden Friedenspflicht derzeit nicht gestreikt werden. Wie groß die Auswirkungen sein werden, ist unklar. In der Vergangenheit führten Streiks im Handel selten zu Schließungen von Geschäften, da der Organisationsgrad von Verdi in dem Bereich nicht so groß ist.
Verdi fordert mindestens 222 Euro monatlich mehr
Verdi fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent, mindestens jedoch um 222 Euro monatlich. Außerdem fordert die Gewerkschaft einen rentensicheren Mindeststundenlohn von 14,90 Euro, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Für den Großhandel werden 220 Euro monatlich gefordert, was ebenfalls sieben Prozent für die meisten Beschäftigten entspricht sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 200 Euro.
Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag erhöhen. «Bisher liegen Angebote von Handelskonzernen wie zum Beispiel Edeka, Kaufland und Rewe für den Einzel- und Großhandel vor, die für die Beschäftigten einen deutlichen Verlust an Kaufkraft bedeuten», teilte Verdi mit.
Während des Streiktags ist um 11.00 Uhr eine Kundgebung am Berliner Wittenbergplatz geplant.