Bayerns Isiaha Mike (links) und Justin Bean von Alba Berlin kämpfen um den Ball.
Bayerns Isiaha Mike (links) und Justin Bean von Alba Berlin kämpfen um den Ball. Foto: Matthias Stickel/dpa

München (dpa) – Mit einem defensiven Kraftakt hat Alba Berlin die Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft ausgeglichen und dem Favoriten FC Bayern München einen unerwarteten Dämpfer zugefügt. Die Hauptstädter rangen den Titelverteidiger im zweiten Endspiel mit 86:79 (40:45) nieder. Zwei Tage nach dem Offensiv-Feuerwerk von Spiel eins waren beide Teams zwar deutlich weniger treffsicher – die Intensität aber war jeweils titelwürdig.

Das dritte Finalspiel steigt am Mittwochabend (20.30 Uhr/Dyn) in Berlin – zwei Tage später kann dann erneut in der Max-Schmeling-Halle eine Entscheidung fallen. Bester Werfer der Gäste von Coach Pedro Calles war vor 10.819 Zuschauern der deutsche Jungprofi Jack Kayil mit 16 Punkten. Bei den Münchnern kam Nenad Dimitrijevic zwar auf starke 20 Punkte – doch das reichte nicht zum womöglich vorentscheidenden, zweiten Finalsieg.


Verpatzt Alba den Bayern auch die letzte Titelchance?

Die Bayern von Trainer-Altmeister Svetislav Pesic müssen sich also anstrengen, um die Saison immerhin noch mit einem Titel und damit versöhnlich abzuschließen. In der Euroleague hatte Bayern trotz großer Ambitionen enttäuscht, was Weltmeistertrainer Gordon Herbert den Job kostete. Auch im DBB-Pokal ließen sich die Favoriten düpieren und verpassten den Erfolg.

In den Bundesliga-Playoffs aber hält sich der deutsche Basketball-Primus bislang schadlos und feierte achte Siege in achten Spielen. Alba tat sich da schon schwerer: Die Mannschaft von Coach Pedro Calles hatte sowohl im Viertel- als auch Halbfinale jeweils fünf Matches für die Entscheidung gebraucht. Schafft es Alba nun auch, die Serie in die Länge zu ziehen?

Bayerns Rekord-Obst diesmal nicht so treffsicher

Anders als im ersten Finalspiel entwickelte sich zunächst keine wilde Offensiv-Show. Wie von den Akteuren beider Teams erwartet, stand die Abwehr diesmal mehr im Fokus. Den Berlinern gelang es, die Hausherren im ersten Viertel bei 18 Punkten zu halten. Auch Andreas Obst tat sich anfangs schwer – dem Nationalspieler schien nach einem heftigen Infekt zuletzt sowie seiner Gala-Vorstellung vom Freitag teilweise die Kraft zu fehlen. Er kam auf zwölf Punkte.

Im ersten Endspiel (102:94) hatte der Präzisionsschütze noch alle überragt und 33 Punkte geschafft. Seit Beginn der digitalen Datenaufzeichnung 1998 war das der zweitbeste Wert in einem BBL-Finale – nur der Ulmer Isaiah Swann war 2012 mit 36 Zählern noch besser. Die insgesamt 196 erzielten Punkte waren darüber hinaus die zweitmeisten in einem Endspiel seit Ende der 90er Jahre.

Alba krönt Aufholjagd

Von einem «Festival für den Basketball» sprach Münchens Trainer Pesic, räumte aber auch ein: «Wir müssen in der Defensive besser auftreten.» Das gelang den Gastgebern in einem Intensiven und von vielen Fouls geprägten Duell dann im zweiten Viertel. Mit der Schlusssirene sorgte ein Dreier von Welt- und Europameister Justus Hollatz für die Fünf-Punkte-Führung Münchens.

Im dritten Viertel aber schien sich das Blatt zu wenden, als Alba mit einer Dreierserie plötzlich aufholte und sogar davonzog. Es kam zu einem Herzschlagfinale, in dem schließlich Alba das bessere Ende für sich hatte.