Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Vertriebenenstiftung. (Archivbild)
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Vertriebenenstiftung. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa) – Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung des Bundes. «Ermittelt wird derzeit wegen Untreue», sagte ein Sprecher der Behörde. Bei der rechtlichen Prüfung würden aber auch Urkundenfälschung, Betrug und Unterschlagung im Raum stehen. Zunächst hatte der «Spiegel» berichtet. 

Konkret soll der Mann für den dienstlichen PayPal- und Amazon-Account der Stiftung zuständig gewesen sein. Über den PayPal-Account soll er nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 210.000 Euro auf sein privates Konto überwiesen haben. Auf dem Amazon-Account soll er private Gegenstände im Wert von circa 30.000 Euro bestellt haben. «Für beides soll keine dienstliche Veranlassung vorgelegen haben», betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Hinweise auf Mittäter liegen demnach nicht vor. Die Ermittlungen laufen nun weiter.


Roland Borchers, Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, bestätigte die Ermittlungen. Er unterstrich, dass es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter handele. «Der beschuldigte Mitarbeiter wurde bereits fristlos gekündigt.» Da es sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren handelt, wolle er sich nicht weiter äußern.

Die Stiftung wurde im Dezember 2008 als überparteiliche, unselbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts vom Deutschen Bundestag gegründet. Die Stiftung steht unter der Trägerschaft der Stiftung Deutsches Historisches Museum. Sie wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.