Ein letztes Foto als Aue-Spieler? Torwart Martin Männel macht nach dem letzten Heimspiel in der 3. Liga Selfies für die Fans.
Ein letztes Foto als Aue-Spieler? Torwart Martin Männel macht nach dem letzten Heimspiel in der 3. Liga Selfies für die Fans. Foto: Robert Michael/dpa

Leipzig (dpa) –

Der andere Cigerci macht Tür zur 2. Bundesliga weit auf

Nein, diesmal war es nicht Edeltechniker Tolcay Cigerci, der das Stadion der Freundschaft in Cottbus in ein Tollhaus verwandelte. Der gelbgesperrte Regisseur des FC Energie erlebte mit Tränen in den Augen, wie sein Bruder Tolga in der 89. Minute den 2:1-Siegtreffer im ansonsten sehr zähen Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden erzielte. Vor dem letzten Spiel am Samstag (13.30 Uhr/MagentaSport) in Regensburg haben die Lausitzer zwei Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang.


«Vielleicht sollte das so kommen, dass er das Tor erzielt. Was er auch hier in der Rückrunde reingeworfen hat, das ist eine absolute Persönlichkeit. Das ist ein absoluter Profi, ein absoluter Wir-Mensch. Wenn ein Spieler nach dem Spiel sagt: ‘Trainer, das Tor habe ich für dich geschossen’, dann weiß ich, dass wir hier sehr Vieles zusammen machen», sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz bei MagentaSport.

Der Hochgelobte blieb bescheiden. «Ich muss das erstmal verarbeiten. Es war vogelwild, wichtig war, dass wir am Ende noch diese Konzentration hatten und irgendwie durch mich das Tor geschossen haben. Ich bin glücklich, dass wir ein Happy End hatten.»

Hansa gibt sich nicht auf und hat noch Ziele

Was geht noch für den FC Hansa Rostock? Mit dem 5:3 über den VfB Stuttgart II beendete das Team von Trainer Daniel Brinkmann eine drei Spiele andauernde Durststrecke und geht mit einem Rückstand von drei Punkten auf den Relegationsplatz in den letzten Spieltag gegen den 1. FC Saarbrücken. «Wir glauben weiter dran», sagte der Coach bei MagentaSport.

Wirklich realistisch ist das sicherlich nicht, die Konkurrenz aus Duisburg und Essen tritt gegen Viktoria Köln und Absteiger SSV Ulm an. «Der vierte Platz wäre auch noch ein Ziel. Da würden wir uns nicht so stark darüber freuen, aber er würde finanziell nochmal unheimlich was bedeuten», sagte Brinkmann.

Vorstandsboss Ronald Maul haderte mit der fehlenden Leistungskonstanz des Teams. «Wir sind alle enttäuscht, wie die Spiele gelaufen sind. Es sind vor allem die Spiele gegen Schweinfurt und Regensburg, wo man das Gefühl hatte, es fehlen die letzten Prozente. Sowohl an Einstellung als auch an dem, was am Platz zu sehen ist», sagte Maul.

Letzter Heimauftritt als Auer Mutmacher

Genugtuung über den letzten Drittliga-Heimauftritt gegen den MSV Duisburg, Trauer um Vereinslegende Harald Mothes: Beim FC Erzgebirge Aue herrscht derzeit Gefühlschaos. Natürlich überwiegt die Bitterkeit: Abstieg ausgerechnet im 80. Jahr der Vereinsgründung und dazu der Tod von Mothes, der unerwartet im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Doch es gibt auch Positives zu vermelden. Das 0:0 gegen Aufstiegsaspirant Duisburg war ein Mutmacher und ein Zeichen an die Fans, dass mit dem Abstieg nicht alles den Bach runter geht.

«Sich mit einem richtig guten 0:0 gegen eine Top-Mannschaft zu verabschieden, das macht Spaß. Die Jungs haben den Applaus verdient. Ich bin froh, aktuell ein Teil der Mannschaft zu sein. Wir sind gefallen, aber damit ist es nicht vorbei. Wir kommen wieder», verkündete Interimstrainer Khvicha Shubitidze bei MagentaSport kämpferisch.

Er darf sich Hoffnung machen, auch in der nächsten Saison Coach der Veilchen zu sein. Er ist einer von vier Kandidaten, über den der Vorstand bis Montag beraten und entscheiden will. Ob auch Torwart-Routinier Martin Männel noch einmal für Aue auflaufen wird, ist zumindest fraglich. 

«Der Sportvorstand hat sich mit Martin schon zweimal zusammengesetzt. Wir können uns eine Rolle von Martin Männel im Verein absolut weiter vorstellen. Wie er die Rolle, die wir ihm zudenken, annimmt, muss noch genau abgestimmt werden. Aber es ist ohne Frage so: Wenn man zwei junge Talente auf der Bank sitzen hat, die absolute Qualität haben, dann muss man auch irgendwann mal den jungen Leuten die Chance geben», erklärte Präsident Thomas Schlesinger.