Marie-Louise Eta kann sich über den ersten Punktgewinn als Bundesliga-Trainerin freuen.
Marie-Louise Eta kann sich über den ersten Punktgewinn als Bundesliga-Trainerin freuen. Foto: Soeren Stache/dpa

Berlin (dpa) – Rettung hin, Rettung her. Marie-Louise Eta wollte nach ihrem ersten Punktgewinn als Interimscheftrainerin von Union Berlin nicht über alle Rechenspiele im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga reden. Sie sprach lieber über ihren Plan in der anstehenden Trainingswoche. An den «Basics» müsse man arbeiten und an den «Inhalten». 

Das hörte sich ein wenig zu technokratisch an, ob der Brisanz im Tabellenkeller. Aber die 34-Jährige hatte bei aller Freude über das spät gerettete 2:2 (0:1) gegen den 1. FC Köln natürlich recht. Die Eisernen können sich zwar auf eine achte Bundesliga-Saison zumindest vorbereiten. Aber wer immer auch dann als Trainer(in) in der Verantwortung stehen wird: Es gibt viel zu tun in Köpenick. 


Livan Burcus Premierentor als Last-Minute-Streich sorgte für ekstatischen Jubel im Stadion an der Alten Försterei. Es übertünchte aber auch das seit Monaten insgesamt mäßige Niveau. Mit Kampf und Wucht war wieder einmal ein Rückschlag abgewendet worden. 

Nebendarsteller als Punktgaranten

«So wie das Spiel war, nach dem 0:2 zurückzukommen, fühlt sich das gut an», sagte Eta. «Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen», resümierte die Union-Trainerin. Es passt zum kollektiven Union-Plot, dass zwei dieser «Jungs» bislang absolute Nebendarsteller der Eisernen waren. 

Ersatz-Ersatz-Torwart Carl Klaus, der solide parierte und immer die nötige Ruhe ausstrahlte. Und natürlich Ausgleichstorschütze Burcu. Sein erstes Bundesliga-Tor in der 89. Minute machte die Ausgangslage der Eisernen vor den Partien der Konkurrenz vom FC St. Pauli gegen Mainz 05 und VfL Wolfsburg beim SC Freiburg am Sonntag überhaupt erst so verlockend. 

«Klar wird man  die Spiele auch verfolgen, logisch, da wird man dann draufschauen, aber am Ende geht es dann auch wieder darum, sich gut vorzubereiten auf das nächste Spiel nächste Woche», sagte Eta. Kein «Public Viewing» werde man veranstalten, versicherte Klaus. 

Burcu hatte ohnehin erstmal mit dem Lesen der diversen Glückwunsch-Nachrichten zu tun. «Ich habe gerade mein Handy angemacht, wow, kam extrem viel», sagte der 21-Jährige. Die schönste Message kam natürlich von seiner Mama. «Glückwunsch, ich bin sehr stolz auf dich, mein Sohn», habe sie geschrieben, sagte Burcu. «Gleich rufe ich sie noch mal an», erzählte er. 

Die Premierensaison bei Union war nicht leicht für den gebürtigen Frankfurter. Mit großen Erwartungen und einer schnellen Verletzung ging es für ihn los. Bisher reichte es nur zu vier Startelf-Einsätzen. 

Rapper-Grüße aus Frankfurt

Außer Mutter Burcu waren noch andere spezielle Fans am Start. Unter der Woche posierte er bei einem Berliner Konzert mit den Rappern Aymen und Amo sowie Celo aus dem Frankfurter Duo Celo & Abdi. «Ich kenne die Jungs schon lange, ich bin aus Frankfurt, ich kenne die ganzen Jungs. Sie sind für mich einfach Freunde», sagte er. Trikots mit seinem Namen bekamen die Musiker. «Ja klar, ich hab schon ein paar Videos geschickt bekommen von denen, wie die vorm Fernseher sitzen mit den Trikots», sagte Burcu.