In das Haus Nummer 51 in der Wilhelm-Külz-Straße in Cottbus haben Unbekannte eine brennende Fackel geworfen. Der Staatsschutz ermittelt.
In das Haus Nummer 51 in der Wilhelm-Külz-Straße in Cottbus haben Unbekannte eine brennende Fackel geworfen. Der Staatsschutz ermittelt. Foto: Patrick Pleul/dpa

Cottbus (dpa/bb) – In das Haus eines alternativen Wohnprojektes in Cottbus haben Unbekannte eine brennende Fackel geworfen. Mit Blick auf jüngste Drohungen und Einschüchterungsversuche mutmaßlich aus der rechtsextremen Szene sprach die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg von einer «Eskalation der Gewalt».

Der Staatsschutz ermittelt. Auch weitere bekanntgewordene Fälle hat die für politisch motivierte Straftaten zuständige Abteilung der Polizei übernommen. Vor rund zehn Tagen sollen in Cottbus Unbekannte vor der Wohnungstür eines Studentenpfarrers, der für die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg engagiert ist, randaliert haben. 


Eine gezündete Bengalo-Fackel sei kurz vor Mitternacht in den Flur geworfen worden, sagte ein Sprecher der Polizei am Vormittag mit Blick auf den aktuellen Vorfall. Die Initiative schrieb von einer «Rauchbombe» auf das Wohnhaus «WK51» in Cottbus, das in der Nähe des Bahnhofs liegt. 

Die Bewohner hätten wegen des Rauchs das Haus verlassen, es sei niemand verletzt worden, so der Polizei-Sprecher. Pyrotechnik sei sichergestellt worden. Im Flur des Hauses sei es zu einer «leichten Sachbeschädigung» gekommen. 

«Dichter Rauch in unseren Wohnungen»

«Mitten in der Nacht stand dichter Rauch in unseren Wohnungen. Wir dachten, unser Haus brennt», schilderte eine Bewohnerin der Initiative Sichere Orte Südbrandenburg zufolge. In dem Haus leben demnach internationale Studierende, Handwerkerinnen und Handwerker sowie zivilgesellschaftlich und kulturell engagierte Menschen. «Dieser Angriff trifft uns als vielfältige Gemeinschaft. Wir erwarten von Polizei, Politik und den Eigentümern des Hauses wirksamen Schutz.»

Reihe von Attacken 

Es ist längst nicht der erste Angriff auf alternative Wohnprojekte in Cottbus. Im März waren am Haus «WK51» Fensterscheiben eingeschlagen worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Die Initiative sprach zudem von einem Sprengstoffanschlag auf das Haus in der Silvesternacht 2024/25. Regelmäßig klebten rechte Sticker auf der Haustür. Im Mai 2025 hatten mehrere Angreifer mit Böllern und Fackeln das alternative Hausprojekt «Zelle 79» in der Stadt angegriffen und verfassungsfeindliche Parolen gerufen.