
Berlin (dpa) – 18 Meter lang, 10 Meter hoch und 65 Quadratmeter Segelfläche – es ist ein ganz besonderes Exemplar, was derzeit auf dem Müggelsee zu bestaunen ist. Schon, dass das riesige Gewässer zugefroren ist, hat Seltenheitswert. Dass dort auch noch ein riesiger Eissegler herumkurvt, zieht besonders viele Menschen an.
Wie schon in den vergangenen Tagen pilgerten am Wochenende Hunderte zum Borkenstrand an den Müggelsee, um einen Blick auf die «Papagena» zu werfen. Nach acht Jahren langen Wartens auf den richtigen Winter haben Matthias Sponholz und seine drei Söhne aus Friedrichshagen das Gefährt mit drei Kufen und zwei Segeln vor zwei Wochen auf das Eis gebracht.
Familie träumt von Touren in Skandinavien
«Eine gewisse Gefahr fährt immer mit, das macht ja den Sport aus, aber wir informieren uns, wir haben an verschiedenen Stellen Bohrungen gemacht hier auf dem See, er hat also eine Eisdicke von durchschnittlich 20 bis 25 Zentimeter», erklärt Yachtbesitzer Matthias Sponholz. Nicht immer lief alles glatt. Mal war die Steuerkufe gebrochen, ein anderes Mal fehlte der Wind.
Die Familie träumt von den großen Seen in Skandinavien. «Der Müggelsee ist mit seinen 4,5 Kilometern Länge ein bisschen zu kurz, bis man da auf Tempo ist mit dem Segler, muss man schon wieder ein Manöver machen und wieder zurückfahren», berichtet Sohn Felix.
Die kommenden Tage soll die «Papagena», die 1996 in einer finnischen Werft nach Bauplänen aus dem Jahr 1905 gebaut wurde, noch auf dem Eis bleiben. Wenn es aber weiter so taut, muss die 1,5 Tonnen schwere Eissegelyacht wieder ins Trockene.
