Im Januar rückte die Feuerwehr pro Woche zu rund 3.000 Einsätzen im Zusammenhang mit Stürzen aus. (Archivbild)
Im Januar rückte die Feuerwehr pro Woche zu rund 3.000 Einsätzen im Zusammenhang mit Stürzen aus. (Archivbild) Foto: Jens Kalaene/dpa

Berlin (dpa/bb) – Erst Silvester, dann der Stromausfall und nun tagelang Glatteis: In der Geschichte der Berliner Feuerwehr gab es noch nie so viel zu tun wie im Januar 2026. 51.259 Einsätze zählt die Behörde für den ersten Monat des Jahres, wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, über das zunächst die «Berliner Zeitung» und andere Medien berichteten. Allein am 3. Januar, dem ersten Tag des Stromausfalls in Steglitz-Zehlendorf, gab es demnach 1.714 Einsätze der Feuerwehr, am 5. Januar waren es wegen Glatteis 1.763. 

Pressesprecher Timur Tischler bestätigt der Deutschen Presse-Agentur die Angaben. «Es waren mehr als doppelt so viele Stürze, wie wir in einer normalen Wochen haben.» Normalerweise seien es rund 1.400 Stürze pro Woche. Im Januar seien es wöchentlich fast 3.000 gewesen. «Wir sind an der Belastungsgrenze», so Tischler. 


Ohne Freiwillige Feuerwehr geht gar nichts 

In einzelnen Fällen rückten die Einsatzkräfte seinen Angaben nach mit Löschfahrzeugen aus, weil keine Rettungswagen mehr zur Verfügung standen. «Das ist selbstverständlich nicht die Regel.» Die Löschfahrzeuge seien anders ausgestattet, doch das Personal sei geschult, nicht nur für Brände. «Wir sind alle rettungsdienstlich ausgebildet, auch die Kolleginnen, die auf dem Löschfahrzeuge sitzen.» 

In diesen herausfordernden Wochen sei die Feuerwehr in besonderem Maße auf die ehrenamtlichen Einsatzkräfte angewiesen. «Ohne die Freiwillige Feuerwehr geht in solchen Fällen gar nichts», sagt Tischler. In Berlin gebe es 59 Freiwillige Feuerwehren und 35 Berufsfeuerwehren. Wenn die gesamte Berufsfeuerwehr eingespannt sei, würden die Ehrenamtlichen die Wachen besetzen, um sich zum Beispiel um Brände oder Verkehrsunfälle zu kümmern. 

Einsätze auch für Einsatzkräfte herausfordernd 

Die Wetterbedingungen fordern seit Wochen nicht nur Fußgänger, Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer heraus, sondern sind auch für die Einsatzkräfte anstrengend. Gehwege oder Hofzufahrten seien zum Teil schwerer zu befahren, der Transport eines Patienten von der Wohnung in den Rettungswagen manchmal gefährlich rutschig, erklärt Tischler. 

Die Feuerwehre rufe alle dazu auf, auf den Gehwegen vorsichtig zu sein, sich umsichtig zu verhalten und im Straßenverkehr auf die nötige Sicherheit zu achten.