Heldt erklärt den Verbleib der Abwehrspieler. (Archivbild)
Heldt erklärt den Verbleib der Abwehrspieler. (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Berlin (dpa/bb) – Trotz vieler Spekulationen stand ein Abgang von Abwehrspieler Diogo Leite beim 1. FC Union Berlin nach Aussage von Geschäftsführer Horst Heldt nicht kurz bevor. «Ich kann Ihnen sagen, dass wir im Sommer und jetzt auch im Winter kein offizielles Angebot vorliegen hatten, auf das wir einsteigen konnten», sagte der 56 Jahre alte Geschäftsführer beim Bundesligisten in einer Medienrunde.

«Deswegen ist es dann nicht immer unbedingt amüsant, wenn man liest, welcher Verein jetzt gerade tatsächlich kurz vor dem Abschluss ist mit dem Spieler, aber du selbst schaust in deinem E-Mail-Account, fragst noch mal alle anderen, kann ja auch mal ein Irrläufer sein», sagte Heldt. Auch den Spam-Ordner habe er natürlich gecheckt, scherzte der 56-Jährige dann doch etwas. «Ich bin zwar ein alter weißer Mann, aber ich weiß, wie ich mit meinem E-Mail-Account umzugehen habe.»


Bei Doekhi gab es kurz Aufregung

Der Vertrag von Leite in Berlin läuft im Sommer aus. Es war also die letzte Gelegenheit für Union, noch eine Ablöse für den 27-Jährigen zu bekommen. Bei Abwehrkollege Danilho Doekhi, ebenfalls Stammspieler mit auslaufendem Vertrag, habe es am Sonntag noch einmal eine Aufregung gegeben, «die sich aber dann auch schnell erledigt hat», sagte Heldt.

Die Berliner bereiten sich auf das Szenario vor, beide Innenverteidiger im Sommer ablösefrei zu verlieren. «Transfer-Einnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Handhabe, sage ich jetzt mal. Das steht ja außer Frage.», sagte Heldt. Aber man müsse differenzieren: Doekhi sei etwa auch ablösefrei nach Berlin gekommen. 

Heldts Rechnung bei Transfers

Dazu gelte es auch abzuwägen, wie sich die Abgänge auf den Rest der Saison auswirken würden. «Ein Abstieg kostet 50 Millionen. Jeder Tabellenplatz, den man sich verbessert, ist bares Geld. Das muss ich ja auch daneben setzen», sagte der 56-Jährige. Pro Tabellenrang gehe es um 1,5 bis 3 Millionen Euro. Dass einer der beiden seinen Vertrag doch noch verlängere, wollte Heldt nicht ausschließen, aber auch keine Spekulationen lostreten.

Der Geschäftsführer bestätigte auch, dass der frühere Weltstar Raheem Sterling den Berlinern angeboten wurde. Wie seriös das Angebot war, ist aber fraglich. «Ob das jetzt sein Berater gewesen ist, kann ich Ihnen gar nicht sagen, weil ich es nicht weiß», sagte Heldt. «Eine Kontaktaufnahme kam dann auch nicht wirklich zustande.»