Zwei Warnstreiks sorgen für erhebliche Einschränkungen bei Bussen und Bahnen in Brandenburg. (Archivbild)
Zwei Warnstreiks sorgen für erhebliche Einschränkungen bei Bussen und Bahnen in Brandenburg. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Potsdam/Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Gleich zwei Warnstreiks machen den Wochenstart für zigtausende Pendler und andere Fahrgäste am Montag in Brandenburg zur großen Geduldsprobe. Im öffentlichen Nahverkehr sind voraussichtlich zahlreiche Busse und Straßenbahnen im ganzen Land von Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Verdi betroffen. Nun hat auch noch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu einem Warnstreik für Montag von 7.00 Uhr bis 9.30 Uhr aufgerufen. Das hat möglicherweise Auswirkungen auf den Regionalverkehr im Nordwesten. 

Welche Regionen sind vom Warnstreik im Nahverkehr betroffen? 

Beim Warnstreik geht es um 16 Unternehmen: Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Barnimer Busgesellschaft, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Busverkehr Oder-Spree, Mobus Märkisch-Oderland Bus, Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn, Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Verkehrsbetrieb Potsdam, Regiobus Potsdam Mittelmark, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow Fläming, Cottbusverkehr, Spree-Neiße Cottbusverkehr, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald und Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz. 


Wie drastisch werden die Folgen des Warnstreiks sein? 

Der Verkehrsbetrieb Potsdam warnt, alle Fahrten der Tram, Fähre und ein Großteil der Busfahrten fielen aus. Weil Subunternehmer eingesetzt werden, sind Busse aber planmäßig oder eingeschränkt unterwegs. In Berlin werden U-Bahnen, Trams sowie die meisten Busse stillstehen, nur die S-Bahn nicht. 

In Frankfurt (Oder) greift bei der Stadtverkehrsgesellschaft ein Notfahrplan. Fahrgäste müssten mit erheblichen Verzögerungen und Ausfällen rechnen. Das Unternehmen Cottbusverkehr rechnet damit, dass es am ganzen Tag zu erheblichen Einschränkungen für Straßenbahnen, Stadt- und Regionalbusse in Cottbus und im Liniennetz von Spree-Neiße-Cottbusverkehr kommt. 

Was will Verdi mit der Aktion erreichen? 

Die Gewerkschaft Verdi fordert im Tarifstreit mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg eine geringere Wochenarbeitszeit, kürzere Schichtzeiten und längere Ruhezeiten. «Wir wollen jetzt einfach ein Zeichen setzen», sagt Verhandlungsführerin Andrea Germanus. Sie empfiehlt, am Montag Fahrgemeinschaften zu bilden. 

Der Kommunale Arbeitgeberverband spricht von einer «unnötigen Eskalation». «Das Volumen der Forderungen würde zu Personalkostensteigerungen von circa 27 Prozent führen», erklärt er. Am Dienstag (3. Februar) steht die nächste Verhandlungsrunde an. 

Welche Strecken betrifft der Warnstreik im Regionalverkehr? 

Der Warnstreik der EVG im Tarifstreit mit dem privaten Anbieter Regio Infra Nord-Ost (RIN) könnte Folgen für mehrere Zugverbindungen in der Prignitz, in Ostprignitz-Ruppin und in Mecklenburg-Vorpommern haben. Laut EVG sind möglicherweise der Prignitz-Express (RE 6) der Deutschen Bahn und die RB 15 (Waren (Müritz) – Malchow – Plau am See) der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) betroffen. 

Auch für die RB 16 (Neustrelitz-Mirow), die RB 73 (Pritzwalk – Kyritz – Neustadt (Dosse)) und RB 74 (Pritzwalk – Meyenburg) von der Hanseatischen Eisenbahn (HANS) sowie die RB 54 von der Niederbarnimer Eisenbahn (Löwenberg (Mark) – Rheinsberg (Mark)) kann der Warnstreik Folgen haben. 

Warum kommt es zum zweiten Warnstreik der EVG? 

Es ist die zweite Aktion nach einem Warnstreik am 15. Januar. Die EVG fordert für die Beschäftigten der Regio Infra Nord-Ost unter anderem eine Einkommenssteigerung um fünf Prozent und höhere Zulagen. Sie wirft RIN vor, eine Lösung zu blockieren. Das Unternehmen hält den Warnstreik für «unverhältnismäßig» und kritisiert auch den Zeitpunkt angesichts des Winterwetters und des Verdi-Warnstreiks.