
Potsdam (dpa/bb) – Die meisten Brandenburger Lehrerinnen und Lehrer müssen ab dem zweiten Halbjahr eine Stunde pro Woche mehr unterrichten – an anderer Stelle sollen sie entlastet werden. Das war im vergangenen Jahr beschlossen worden. Nach den Winterferien ab dem 9. Februar steht die Zusatzstunde an. Während Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) Bedenken zurückweist, sehen Gewerkschaften eine Mehrbelastung.
«Es wird entweder gar nicht entlastet oder nicht genug», sagte der Präsident des Brandenburgischen Pädagogenverbands, Hartmut Stäker, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass der Wegfall der Prüfungen am Ende der zehnten Klasse in Gymnasien oder der Wegfall des Grundschulgutachtens für den Wechsel ins Gymnasium nicht für alle gelte. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte gegen die Zusatzstunde Klage eingereicht.
Minister weist Bedenken zurück
Eine Flucht in Krankheit oder Teilzeit, was zum Teil befürchtet wurde, sei bisher nicht eingetreten, sagte der Minister im Bildungsausschuss des Landtags Mitte Januar. Er zeigte sich mit der Planung und der bisherigen Umsetzung der Rahmenbedingungen, die durch den Haushalt vorgegeben wurden, «zufrieden».
Die zusätzliche Unterrichtsstunde hatte im vergangenen Jahr für Proteste von Lehrkräften gesorgt. Sie kann bewirken, dass pro Schule teils weniger Lehrkräfte gebraucht werden. Der sogenannte Überhang soll an anderer Stelle eingesetzt werden. Für Schulen mit besonderen Belastungen und öffentliche Berufsschulen gilt die zusätzliche Unterrichtsstunde nicht.