
Berlin (dpa/bb) – Die Basketball-Liga NBA will schon im Oktober 2027 mit ihrem Europa-Ableger starten. Ein Zeitplan, den Alba Berlins Manager Marco Baldi als große Herausforderung einschätzt. «Ich halte es für machbar, aber es ist natürlich sehr ambitioniert. Das wird sehr davon abhängen, wie schnell man sich da einigt auf einen gemeinsamen Weg. Denn um den wird es gehen», sagte der 63-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.
Auch wenn viele zentrale Punkte noch unklar sind: Alba will in der NBA Europe unbedingt mit dabei sein. Zwölf feste Startplätze soll es Berichten zufolge geben – darunter die Standorte Berlin und München. Dazu kämen noch vier weitere Qualifikanten. «Und das ist schon ein zentraler Unterschied im Vergleich zur NBA in den USA», sagte Baldi.
NBA nicht 1:1 auf Europa übertragbar
Das Modell soll auf Europa zugeschnitten werden. «Man begibt sich auf ein Gebiet, in dem eine Basketball-Kultur schon vorhanden ist. Und wo man nicht blind alles 1:1 aus den USA übertragen kann», sagte Baldi. Vor allem beim Thema Preisgestaltung. «Mich haben Leute nach dem NBA-Gastspiel der Orlando Magic angesprochen, ob die Preisgestaltung auch bei den Alba-Spielen so sein wird. Aber da sind wir bei weitem noch nicht», berichtete er.
Die NBA arbeitet mit dem Weltverband Fiba zusammen. «Mit diesen beiden wird sich dieser Markt relativ schnell strukturieren und nachvollziehbar für jeden werden», sagte Baldi. Bisher habe Europa eine «fragmentierte Basketballlandschaft ohne klare Wettbewerbsstruktur».
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Liga sind noch unklar. Es gibt Berichte, dass sich die Clubs einkaufen müssen. «Da liegt natürlich der Teufel im Detail. Wer am Ende einen festen Startplatz bekommt, wird dann klar werden, wenn die wirtschaftlichen Dinge alle auf dem Tisch liegen», sagte Baldi.
Entscheidung bis zum Herbst
Der 63-Jährige rechnet mit Entscheidungen in den nächsten Monaten. Bis zum Sommer oder Herbst sollte sich die Liga schon konstituieren. «Diesen Vorlauf braucht man dann auch, um das alles sauber aufzustellen», so Baldi weiter.
Er sieht seinen Club sehr gut vorbereitet. «Wir sind ein natürlicher Kandidat, wenn man über Berlin spricht. Wir haben hier die Basketball-Community wesentlich mitentwickelt», sagte er. Auch NBA-Commissioner Adam Silver hatte Alba zuletzt in höchsten Tönen gelobt.
Bei den letzten Gesprächen saßen die Berliner immer mit am Tisch. Mit möglichen Investoren und Sponsoren sind Veränderungen im Verein unabdingbar. «Klar, dass wir uns verstärken müssen. Sowohl bei der Organisation als auch bei der Mannschaft», sagte der Geschäftsführer.