Gesche Joost ist seit November 2024 Präsidentin des Goethe-Instituts. (Archivbild)
Gesche Joost ist seit November 2024 Präsidentin des Goethe-Instituts. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa

Berlin (dpa) – Das Goethe-Institut will stärker auf europäische Verbünde in der Zusammenarbeit setzen. Die Freiheit sei ein zentraler Bezugspunkt in der Arbeit des Instituts, sagte Präsidentin Gesche Joost bei einem Jahrespressegespräch in Berlin. Man verteidige die Freiheit von Kunst, Meinungsäußerung, Sprache und Bildung und sichere den offenen Zugang zum kulturellen Austausch.

«Das bedeutet aber auch, dass wir stärker in europäischen Verbünden denken und handeln wollen», sagte Joost. Als Beispiel nannte die Präsidentin die Eröffnung weiterer sogenannter Kultur Ensembles – etwa in Córdoba (Argentinien) in Zusammenarbeit mit französischen Partnern. Dort und an anderen Standorten wollen Deutschland und Frankreich gemeinsam Begegnungsorte, Kulturprogramme und Sprachkurse anbieten.


«Das ist ein wichtiger Impuls, den wir schon länger verfolgen, aber der immer zentraler für uns wird, gemeinsam auch europäisch aufzutreten.» Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik. Mit derzeit 154 Instituten in 100 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache und Kultur. Im Herbst wurde ein neuer Standort in Houston (Texas) eröffnet.

75-jähriges Jubiläum – umfangreiches Programm geplant

Viele der Institute arbeiteten schon seit langem unter schwierigen Bedingungen, teilweise in autoritären Systemen, in denen Meinungsfreiheit stark beschnitten werde, sagte Joost. Dennoch finde man immer wieder Wege, um offene Räume zu schaffen.

Mit Blick auf das 75-jährige Jubiläum des Goethe-Instituts ist ein großes Programm in diesem Jahr geplant, wie die Präsidentin sagte. Die Weltordnung sei an einem Scheidepunkt und Deutschland sei wieder herausgefordert, sich neu zu positionieren. 

Dadurch werde das Jubiläum nicht nur mit einem zentralen Festakt Ende Juni mit Rückblicken, sondern auch mit einem «gemeinsamen Zukunftsdenken» gefeiert. Weltweit seien Aktionen in den Einrichtungen geplant, mit Filmreihen, Festivals und Diskussionsformaten.