
Wittstock/Dosse (dpa/bb) – Der Aufbau einer Poliklinik in Wittstock/Dosse nach der Schließung des Krankenhauses kann aus der Sicht der Landesregierung ein Vorbild für Brandenburg werden. «Wittstock soll ein Leuchtturmprojekt für die regionale Gesundheitsversorgung werden», teilte Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) nach einem Treffen mit der Stadt, dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin und dem Uniklinikum Ruppin-Brandenburg mit.
Ambulante und stationäre Angebote sollten intelligent verbunden werden, um die medizinische Versorgung der Region langfristig zu sichern. Die Poliklinik sei in der ehemaligen Tuchfabrik geplant.
Betreiber will Klinik wegen Reformvorgaben schließen
Das Krankenhaus in Wittstock soll Anfang 2027 wegen Vorgaben der Krankenhausreform schließen, obwohl es nach Angaben des Betreibers wirtschaftlich gut läuft.
Nach bisherigen Plänen soll die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen und Krankheiten des Magen-Darm-Trakts in die Klinik Pritzwalk (Prignitz) verlagert werden. Die Rettungswache soll bleiben. Die Uniklinik bietet laut Ministerin an, ein neues medizinisches Versorgungszentrum zu betreiben. Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende Februar Details für ein wirtschaftliches Betreiberkonzept erarbeiten.
Etwa vier von fünf Krankenhäusern im Land schreiben nach Angaben der Ministerin rote Zahlen, teils im zweistelligen Millionenbereich. Die Situation der Krankenhäuser in Brandenburg könnte aus Sicht der Gesundheitsministerin in diesem Jahr schwieriger werden. Die Krankenhausreform des Bundes, die Anfang 2025 in Kraft trat, soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Die Kliniken stehen unter finanziellem Druck.
