Schleiz (dpa) – Ein Reisebus mit einer Schülergruppe aus Berlin an Bord ist in Thüringen an einer Abfahrt der Autobahn 9 von der Fahrbahn abgekommen und an einer Böschung umgekippt. Nach Angaben einer Polizeisprecherin waren in dem Bus rund 40 Insassen, überwiegend Kinder. Etliche erlitten bei dem Unfall in der Nähe von Schleiz einen Schock, wie es hieß. Es gebe überwiegend Leichtverletzte, ein Mensch sei mit schweren Verletzungen von einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht worden, sagte die Sprecherin. Details zu den Verletzten waren zunächst nicht bekannt.
Bus durchbricht Leitplanke
Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung für Bildung waren die Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums aus Steglitz-Zehlendorf auf dem Weg zu einer Chorfahrt nach Bayern, als ihr Bus von der Fahrbahn abkam.
Der Bus war auf der A9 in Richtung München unterwegs gewesen. An der Anschlussstelle Schleiz durchbrach er nach Angaben der Polizeisprecherin im Bereich einer Verkehrsinsel eine Leitplanke, fuhr mehrere Meter eine Böschung hinab und kippte um.
Alle Insassen für Untersuchungen in Krankenhäusern
Zu den möglichen Ursachen des Unfalls nahe der Landesgrenze zu Bayern und Sachsen machte die Polizei zunächst keine Angaben. Am Unfallort wurden Sperrungen und Versorgungszelte errichtet, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz.
Nach Angaben der Polizeisprecherin wurden alle Insassen des Busses zunächst in umliegende Krankenhäuser für Untersuchungen gebracht.
Anschlussstelle voll gesperrt
Die Anschlussstelle der A9 wurde voll gesperrt, von Sperrungen betroffen war wegen des Einsatzes der Rettungskräfte und der Bergung auch die Bundesstraße 282. Auf der Autobahn sei es nicht zu Behinderungen gekommen, so die Sprecherin. An einem Feuerwehrgerätehaus in Schleiz richteten Einsatzkräfte eine Betreuungsstelle ein, dorthin können sich betroffene Eltern wenden.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt sagte: «Meine Gedanken sind bei den verletzten Schülerinnen und Schülern, bei ihren Familien sowie bei den Lehrkräften und allen, die dieses Ereignis miterleben mussten.» Der CDU-Politiker dankte zugleich den Einsatz- und Rettungskräften, die «in dieser schweren Situation sofort gehandelt haben und weiterhin alles tun, um bestmöglich zu unterstützen».

