Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft klagt einen Syrer für Verbrechen in seinem Heimatland an. (Symbolbild)
Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft klagt einen Syrer für Verbrechen in seinem Heimatland an. (Symbolbild) Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlin (dpa/bb) – Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen Syrer wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wegen Mordes erhoben. Der 40-Jährige soll 2011 in Syrien als Mitglied einer Miliz Menschen misshandelt, verschleppt sowie in einem Fall auch getötet haben, wie die Ermittlungsbehörde mitteilte.

Die Ermittlungen ergaben demnach, dass der Mann als Vorsteher einer Gruppe der Shabiha-Miliz zwischen April und November 2011 für gewaltsame Übergriffe auf regimekritische Demonstranten im syrischen Aleppo verantwortlich gewesen sein soll. Der Angeklagte und seine Milizionäre hätten mit Stöcken wahllos auf Demonstranten eingeprügelt oder sie mit Elektroschockern angegriffen. Ein Mensch soll an den Folgen dieser Gewalt gestorben sein. 


Gefangene wurden gefoltert

Festgenommene Demonstranten habe die Gruppe örtlichen Sicherheitskräften des damaligen Machthabers Baschar al-Assad übergeben, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Die Menschen seien daraufhin wochen- oder monatelang im Gewahrsam gefoltert und misshandelt worden. Dem Angeklagten sei das bewusst gewesen. 

Der Syrer kam nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2015 als Flüchtling nach Deutschland und beantragte hier Asyl. Er bestreitet die Vorwürfe. Laut Anklagenbehörde befindet er sich seit 30. September 2025 in Untersuchungshaft. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde bereits 2023 eingeleitet und ursprünglich von der Bundesanwaltschaft geführt. Am 30. Oktober 2025 gab diese das Verfahren an die Berliner Generalstaatsanwaltschaft zur abschließenden Bearbeitung ab.