
Berlin (dpa/bb) – Mit einem Warnstreik haben Beschäftigte im öffentlichen Dienst Berlins ihre Forderung nach besserer Bezahlung untermauert. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zogen etwa 5.000 Streikende in einem Demonstrationszug vom Bahnhof Friedrichstraße zum Roten Rathaus.
Zu dem Warnstreik hatten mehrere Gewerkschaften unter anderem Angestellte in kommunalen Kitas, in Schulen und Hochschulen aufgerufen. Erwartet worden waren Einschränkungen beim Schulunterricht oder der Hortbetreuung. Einzelne Kitas blieben geschlossen. Auch Beschäftigte mehrerer Ämter sowie von Polizei und Feuerwehr legten die Arbeit nieder, soweit sie keine Beamten sind.
Am Donnerstag ist ein weiterer Warnstreiktag geplant. Dann trifft es etwa Bezirksämter und damit auch den Service der Bezirksämter. Aufgerufen zum Ausstand sind zudem erneut Kita-Beschäftigte, aber auch Mitarbeiter aus den Senatsverwaltungen, Bezirksämtern und Forstbetrieben.
Deutliches Gehaltsplus gefordert
Verdi fordert in den Tarifverhandlungen für die Angestellten der Länder sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen mindestens 300 Euro. Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft zwölf Monate laufen.
Am Donnerstag beginnt in Potsdam die zweite Verhandlungsrunde. Bei der ersten Verhandlungsrunde am 3. Dezember gab es keine nennenswerten Fortschritte. Die TdL, zu der auch Berlin gehört, wies die Gewerkschaftsforderung als zu hoch zurück. Sie legte für die Arbeitgeberseite zunächst kein eigenes Angebot vor.
Öffentlicher Dienst als großer Arbeitgeber
Im öffentlichen Dienst Berlins, darunter in Landesverwaltungen, Bezirken, Schulen und Hochschulen und Kita-Eigenbetrieben, sind laut Statistikamt mit Stand von Mitte 2024 gut 231.000 Menschen beschäftigt. Darunter sind knapp 68.000 Beamte, die nicht streiken dürfen. In der Regel überträgt das Land Berlin den Tarifabschluss für die Landesangestellten auf die Beamten.