
Potsdam (dpa/bb) – Auch im vergangenen Jahr hat das Land Brandenburg wieder zigfach geerbt. Mit Stand kurz vor Weihnachten seien es 2025 insgesamt 284 sogenannte Fiskalerbschaften gewesen, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Darunter fallen oftmals Immobilien, Geldvermögen oder Fahrzeuge. «Die Zahl der Neuzugänge bewegt sich damit weiter auf einem hohen Niveau.»
Wenn weder Ehegattin noch Lebenspartner, Kinder oder weitere Verwandte des Verstorbenen ermittelt werden können und kein anderer Erbe bestimmt wurde, trete das Land als Erbe ein, hieß es aus dem Ministerium. Das könne auch der Fall sein, wenn das Erbe ausgeschlagen wird. Außerdem kann der Verstorbene durch sein Testament oder den Erbvertrag gezielt das Land als Erben einsetzen. Dieser Fall tritt jedoch äußerst selten ein.
Da die Bevölkerung im Schnitt immer älter werde, steige auch die Zahl der Fiskalerbschaften in Brandenburg, erklärte die Sprecherin. Die Fälle lösten jedoch selten Begeisterung aus und würden «zunehmend komplexer und schwieriger abzuwickeln. Die Nachlässe sind überwiegend nicht werthaltig und überschuldet.»
Möbel, Uhren, Schmuck und Autos
Neben Grundstücken schlägt beim Land «sonstiges bewegliches Vermögen» auf. Das könnten etwa Möbel, Uhren und Schmuck sein, sagte die Sprecherin. «Auch Firmen und Firmenanteile wurden vererbt.» Aktuell befänden sich im Gesamtbestand des Landes rund 590 «Fiskalerbschaften mit Grundstücksbezug».
Diese müssten verwaltet, teilweise gesichert und im besten Fall zur Befriedigung der Nachlassgläubiger zu Geld gemacht werden. Das kostet Zeit und Personal. «Die Gesamtausgaben für die Fiskalerbschaften beliefen sich im Jahr 2025 ohne Personal- und Verwaltungskosten auf rund 2,6 Mio. Euro», führte die Sprecherin aus. Die Erbschaften brächten häufig hohe Folgekosten, insbesondere Kosten für den Gebäudeunterhalt, die Sicherung und Beräumung maroder Gebäude, mit sich.
Land erhielt Millionenerbe
Gelegentlich taucht jedoch auch ein echtes Schmuckstück zwischen den vielen Schrottimmobilien beim Land auf. Im vergangenen Jahr war das eine Millionenerbschaft – also eine Erbschaft mit einem sehr hohen Erbe. «Vererbt worden sind unter anderem zwei Grundstücke, die an der Ostsee und in Potsdam gelegen sind und einen Wert von zusammen etwa zwei Millionen Euro haben», sagte die Sprecherin.
Der weitaus größere Teil seien «Schrottimmobilien», betonte die Sprecherin. Wegen des baulichen Zustandes und ihrer Überschuldung seien sie häufig unverkäuflich oder es dauere Jahr bis sich ein Käufer finde. Das Land muss auch bei diesen Immobilien als Eigentümer die bestehenden Verbindlichkeiten und Schulden aus dem Nachlass tilgen.
Immerhin: Im Jahr 2025 nahm das Land 3,9 Millionen Euro durch die Fiskalerbschaften ein. Darin enthalten sind die Erlöse aus dem Verkauf der Grundstücke nach Abzug von Nachlassforderungen.
