Am Maerckerweg in Lankwitz soll bald nichts mehr an den historisch belasteten Namensgeber erinnern. Für die Gallwitzallee gibt es eine andere Lösung.
Wieder einmal droht im Bezirk ein Streit um die Umbenennung von Straßen, deren Namensgeber einen Bezug zum deutschen Kolonialismus und Militarismus haben.
Die Bezirksverordnetenversammlung hat kürzlich auf Initiative von Links- und SPD-Fraktion beschlossen, dass der Maerckerweg in Lankwitz (siehe Foto) umbenannt werden soll. Zur Erklärung: Der Maerckerweg wurde während der NS-Herrschaft eingerichtet. Aus Sicht des Regimes hatte sich Georg Ludwig Rudolf Maercker als „Kolonialkrieger“, Anführer eines Freikorps und Antisemit, für Deutschland verdient gemacht. Seine militärische Ausbildung absolvierte Maercker unter anderem in der Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde.
Kritische Würdigung für Max von Gallwitz
Bei einer anderen historisch belasteten Straße in Lankwitz, der Gallwitzallee, bleibt alles beim Alten – jedenfalls beim Namen. Der ebenfalls von der Linksfraktion eingebrachte Antrag wurde Ende Mai in abgeänderter Fassung beschlossen. Demnach wird das Bezirksamt gebeten, die historische Rolle des Max von Gallwitz im Kontext seiner Zeit kritisch zu würdigen und dies auf einer Infotafel darzustellen: Bei der Erstellung dieser Hinweistafel soll versucht werden, die Schüler der Bröndby-Oberschule und anderer Schulen mit einzubeziehen. Von einer Umbenennung ist in dem Beschluss keine Rede mehr.
Das stößt bei der Linksfraktion auf Kritik. „Warum ist Steglitz-Zehlendorf der letzte Ort Deutschlands, der eine nach Gallwitz benannte Straße hat, während andere CDU-Bürgermeister und sogar die Bundeswehr unter einem CDU-Verteidigungsminister alle Straßen und Gebäude umbenannt haben?“, heißt es auf der Facebook-Seite der Fraktion. Der General und Reichstagsabgeordnete Max von Gallwitz galt als ausgeprägter Antisemit und Antidemokrat.
Datum: 12. Juni 2020. Text: NM/Redaktion. Bild: CommonsWikimedia/Ucsa