Beteiligung: Das Altstadtmanagement stellt seine Arbeit vor.

Hier ein Imbiss, dort ein Handyladen, MäcGeiz, Euroshops und jede Menge Backshops. Die Altstadt besteht zwar zum Teil aus wunderschönen Gebäuden und beschaulichen Ecken, aber eben nicht nur. Neben den alteingesessenen Geschäften und Restaurants haben sich Läden breit gemacht, die mit aufdringlicher Werbung auf ihren Stoppern den Altstadt-Besucher zum Slalomlaufen zwingen. Das marktschreierische Billigimage ist einer der Aspekte, den das Altstadtmanagement ändern möchte.

Hoher Konkurrenzdruck

In der Altstadt Spandau befindet sich die längste Fußgängerzone Berlins. Seit spätestens Ende der 90er-Jahre steht das Gebiet aber vor erheblichen Herausforderungen: Zum einen gibt es massiven Konkurrenzdruck aus der City, den benachbarten Gemeinden und den Spandau Arcaden. Zum anderen stellt die wachsende Bedeutung des Online-Handels eine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Und die Kaufkraft der Spandauer hat sich zunehmend verschlechtert. Die Altstadt wurde 2014 in das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ aufgenommen. Das unterstützt die Sicherung, Erhaltung, Modernisierung und Weiterentwicklung historisch bedeutender Straßenzüge, Plätze, Stadtkerne bzw. -quartiere. Das Ziel ist es, den historischen Ort zu lebendigen Wohn,- Arbeits-, Kultur- und Lebensräumen zu entwickeln, die für die Wirtschaft, die Bewohner und Besucher attraktiv sind. „Wir wollen unbedingt die Bürger, die Gewerbetreibenden und die Gebäudeeigentümer einbeziehen. Wenn es zum Beispiel aufgrund eines Beschlusses eine Baustelle gibt, die Lärm und Dreck verursacht, müssen die Menschen dahinter stehen. Oder es muss darüber gesprochen werden, ob es das Kopfsteinpflaster weiterhin gibt. Einerseits ist das Pflaster sehr schön, andererseits beschwerlich für Menschen mit einem Rollator“, erklärt Andreas Wunderlich vom Altstadtmanagement. Stellplätze für Fahrräder und Autos stehen zur Diskussion. „Viele wissen gar nicht, dass im Karstadt-Parkhaus oft noch Parkplätze frei sind – es fehlt an Hinweisschildern“, so der Projektleiter weiter. Für die parkenden Fahrzeuge in der Fußgängerzone müsse eine Regelung gefunden werden. „Die Verbote werden oft nicht eingehalten, deshalb könnte man überlegen, ob versenkbare Poller ein Lösung sind.“

Viele Pläne

Behoben werden sollen in diesem Jahr die fehlende Barrierefreiheit, das unmoderne Stadtmobiliar, unzureichende Beleuchtung, Straßen- und Platzbeläge, lückenhaftes Radwegenetz und teilweise mangelndes Sicherheitsempfinden – beispielsweise auf dem Reformationsplatz.

Text & Bild: Anke Walter