Bauen: Warum die Fassade des ehemaligen Kinos Gloria-Palast seit langem eingerüstet ist.
Seit Monaten schon ist am Ku‘damm 12 die Fassade des ehemaligen Kinos Gloria-Palast eingerüstet. Ein Ende dieser Maßnahme ist nicht abzusehen, denn Bezirksamt und Eigentümer sind sich nicht einig. Der Eigentümer hat andere Pläne als das Bezirksamt. Er will das Haus höher bauen. Anlass ist die mangelhafte Fassade.
Gutachten erstellt
Aber statt diese zu reparieren, soll das gesamte Gebäude entkernt und mit zwei Etagen auf insgesamt acht Stockwerke erhöht werden. Dazu ließ der Eigentümer ein Gutachten erstellen und „feststellen, dass die Fassade nicht standfest“ sei. Der Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte, als auch der Leiter des Stadtplanungsamtes, Rainer Latour, lehnen die Erhöhung um die beiden Stockwerke ab und finden sie „unpassend“. Die Höhe des Hauses orientiere sich dann nicht mehr an den Nachbarhäusern, sondern an der „zu großen Höhe des Sockelgeschosses des Upper West“ – die derzeitige Baustelle am Kurfürstendamm 11.
Denkmalschutz prüft
Dass das Upper West mit 33 Etagen zu hoch für die daneben stehenden Häuser sei, darauf habe man die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schon in der Planungsphase hingewiesen. Erfolglos. Nun wird geprüft, wie schützenswert die Fassade des ehemaligen Gloria-Palastes ist. Dazu werden auch Gespräche mit dem Landesdenkmalamt geführt. Ein zweites Gutachten, beauftragt vom Bezirksamt, könnte eine Entscheidung bringen. Marc Schulte „will abwarten“.
cp / Bild: BA Charlottenburg-Wilmersdorf