Die Bundestagswahl hat das Parteiengefüge in seinen Grundfesten erschüttert. Das zeigt sich auch in einigen Teilen der Stadt.

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[tab title=“Charlottenburg & Wilmersdorf“]

CDU und SPD holen die meisten Stimmen

Hohe Wahlbeteiligung im Bezirk.

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen viele auf die AfD, die aus dem Stand drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen, eine sogenannte Jamaika-Koalition hinaus. Auch das Wahlergebnis im Bezirk zeigt sich eine leichte Verschiebung der Gewichtung.

Im Bezirk konnte sich zwar wieder die CDU durchsetzen, aber auch die anderen Parteien legten in Wilmersdorf und Charlottenburg zu. Die Mehrheit der Stimmen ging an die CDU, die einen Anteil von 25,6 Prozent verbuchen konnte. Die SPD folgt mit 27,6 Prozent. Und die Grüne erzielte 13,6 Prozent im Wahlkreis 80. Klaus-Dieter Gröhler von der CDU gewinnt mit 47.189 Stimmen das Direktmandat und zieht in den Bundestag ein. Die Linke konnte noch 9,4 Prozent der Wähler überzeugen und die FDP erhielt 9,2 Prozent. 7,6 Prozent der Stimmen gingen an die AfD und die Satire-Partei Die Partei fuhr 2,1 Prozent ein.

Der Bezirk verzeichnete außerdem eine besonders hohe Wahlbeteiligung. Ganze 97,7 Prozent gingen an die Wahlurne. Das ist eine Veränderung von +2,1 Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung sogar +3,5 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Auch in Charlottenburg Nord, der Wahlbezirk, der an Spandau grenzt, gingen CDU und SPD als Sieger hervor. Erstere konnte hier sogar 28,1 Prozent der Wähler überzeugen. Auch die Grünen und die Linke schnitten in diesem Wahlbezirk gut ab. Größter Unterschied zum Wahlkreis 80 ist der hohe Stimmenanteil für die AfD in Spandau-Charlottenburg Nord von 14,1 Prozent.

Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozentpunkte weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26, 8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 32,9 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozentpunkte). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent.

Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag berlinweit in diesem Jahr immerhin bei 75,6 Prozent.

Nm/kr, Bilder: Ulf Teichert, thinkstock/istock/erzetic

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[tab title=“Friedrichshain & Kreuzberg“]

Canan Bayram holt Direktmandat

Grüne Direktkandidatin setzt sich durch – große Verluste für die SPD.

Zur Bundestagswahl haben zwei Fragen die Wähler im Bezirk besonders bewegt: Wer folgt auf Hans-Christian Ströbele als Direktkandidat für den Bundestag, und wie stark wird die AfD? Die Antworten: Grünen-Kandidatin Canan Bayram konnte sich letztlich durchsetzen – und die Alternative für Deutschland blieb weit unter dem Bundesdurchschnitt, deutlich unter dem Berliner Mittelwert, aber immer noch höher, als manch einer in diesem Bezirk erwartet hätte. Insgesamt wurde Die Linke stärkste Partei im Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost. Mit 26,3 Prozent der Erststimmen setzte sich Canan Bayram letztlich gegen ihren Hauptkonkurrenten Pascal Meiser von Die Linke (24,9 Prozent) durch. Dieser wird über die Landesliste dennoch in den Bundestag einziehen, SPD-Kandidatin Cansel Kiziltepe reichte ihr Platz 3 auf der Landesliste bequem für das Bundestagsmandat.

Die Linke vorne

Bei den Zweitstimmen kann Die Linke sich als stärkste politische Kraft behaupten: Sie erzielte 28,6 Prozent – das sind 3,5 Prozentpunkte mehr als 2013. An zweiter Stelle im Wahlbezirk folgen Bündnis 90/Die Grünen mit 20,4 Prozent (minus 0,4 Prozentpunkte). Die SPD fällt zurück an die dritte Position mit einem deutlichen Minus von 8,1 Prozentpunkten und einem Ergebnis von 15,9 Prozent.

Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozentpunkte weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26,8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 33 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozentpunkte). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent. Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit 12 Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag berlinweit bei 75,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Wahlbezirk Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost lag sie bei 77,7 Prozent.

Os/NM, Bilder: Ulf Teichert, Imago/STPP

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[tab title=“Neukölln“]

Neukölln straft Schwarz-Rot ab

Linke und AfD legen zu / Fritz Felgentreu verteidigt Direktmandat.

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen viele auf die AfD, die aus dem Stand drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt zum erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen hinaus. Auch das Neuköllner Wahlergebnis zeigt, wie sich die Gewichte im Parteiengefüge verschoben haben.

Zumindest eines bleibt beim Alten. Wie schon vor vier Jahren errang der SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu das Direktmandat für den Wahlkreis Neukölln. Der 49-Jährige kam auf 26,8 Prozent (2013: 32,3 Prozent). Auf seine bisherige Kollegin Christina Schwarzer von der CDU entfielen 24,4 Prozent. Sie wird dem Bundestag nicht mehr angehören. Platz drei ging an Judith Benda von der Linken (16,6 Prozent), die ebenfalls scheiterte. In Wahllokalen in der Harzer Straße, in der Karl-Marx-Straße und anderswo im Norden des Bezirks lag sie allerdings deutlich vor Felgentreu.

Nord-Süd-Gefälle

Bei den Zweitstimmen führt die CDU mit 22,3 Prozent vorn, verlor gegenüber 2013 aber 6,7 Prozent. Danach folgen SPD (19,5 Prozent), die ebenfalls 6,7 Prozent einbüßte, und die Linke mit 18,3 Prozent (2013: 14,3 Prozent). Die Grünen kommen auf 13,1 Prozent (2013: 13,9 Prozent). Die AfD erreichte 11,1 Prozent (2013: 4,2 Prozent). Damit verfehlte die schwarz-rote Koalition ihre im Bund gewahrte knappe Mehrheit deutlich. Bei den Zweitstimmen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Bezirksregionen. So hatte die Linke im Wahllokal 108 (Weserstraße) mit 35,5 Prozent einen großen Vorsprung vor den anderen Parteien. Auf Platz zwei kommen die Grünen mit 27,2 Prozent. Nur 4,6 Prozent entschieden sich für die AfD.

Ganz anders das Bild im Wahllokal 714 (Groß-Ziethener Chaussee). Dort ist die Linke mit 6,2 Prozent weit abgeschlagen, ebenso die Grünen (6,8 Prozent). Mit 35,5 Prozent hat die CDU die Nase vorn, es folgt die SPD mit 19,5 Prozent. Die AfD erreicht 15,8 Prozent und wurde drittstärkste Kraft. Im Wahllokal 415 an der Parchimer hängten die Rechtspopulisten mit 22,3 Prozent sogar sämtliche Konkurrenten ab, wenn sie auch nur 0,6 Prozentpunkte vor der SPD lagen. Auch beim Blick auf ganz Berlin zeigt sich die Schlappe für die Große Koalition. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozent weniger als 2013 und 4,1 Prozentpunkte weniger als im Bund. Am stärksten verlor die SPD (minus 6,7 Prozentpunkte). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent.

Bündnis 90/Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen in der Hauptstadt 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 75,6 Prozent.

Nils Michaelis, Bilder: Ulf Teichert, Commudus

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[tab title=“Mitte“]

Mitte wählt links

Trotz Verlusten bleiben SPD und CDU in Mitte vorne. Eva Högl hängt Frank Henkel ab.

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen viele auf die AfD, die aus dem Stand drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen, eine sogenannte Jamaika-Koalition hinaus. Auch das Wahlergebnis im Bezirk zeigt eine leichte Verschiebung der Gewichtung.

So setzen sich zwar auch in diesem Jahr SPD und CDU durch, aber auch die kleineren Parteien konnten in Wedding, Mitte und Tiergarten punkten. Mit 23, 5 Prozent der Wählerstimmen ging der Wahlkreis deutlich an Eva Högl. Die SPD-Spitzenkandidatin lag damit unter den 28 Prozent, die sie im Jahr 2013 erreichte. Schon damals galt der Wert als bundesweit niedrigster für einen SPD-Spitzenkandidaten. Auf Platz zwei landete Stephan Rauhut von der Linken mit 20,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen bekam die Linke das beste Ergebnis aller Parteien in Mitte.

Enttäuscht über das maue Ergebnis zeigte sich Frank Henkel von der CDU, der nicht in den Bundestag einziehen wird. Als Direktkandidat kam er mit 18,6 Prozent nur auf Rang drei. Einen sicheren Platz auf der Landesliste verwehrte seine Partei ihm zudem. „Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich mit einem sehr engagierten Team über mehrere Monate hin Wahlkampf gemacht habe, da will man als erster durchs Ziel. Das hat nicht geklappt“, so der ehemalige CDU-Landeschef. Auch der Grünen-Bildungspolitiker Öczan Mutlu schaffte es nicht erneut in den Bundestag. Wenig Stimmen gewann auch AfD-Kandidatin Beatrix von Storch mit nur 7,9 Prozent im Wahlkreis. Bei den Zweitstimmen lagen die Parteien dafür nah beieinander.

Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozentpunkte weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26, 8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 32,9 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozentpunkte).

Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent. Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag berlinweit in diesem Jahr immerhin bei rund 75,6 Prozent.

Nm/Kr, Bilder: Ulf Teichert, thinkstock/istock/chrisinthai

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[tab title=“Marzahn & Hellersdorf“]

Pau gewinnt links ? AfD punktet rechts

Hohe Stimmenanteile für die AfD auch in allen Marzahn-Hellersdorfer Ortsteilen.

Genau 69,3 Prozent aller Wahlberechtigten in Marzahn-Hellersdorf haben am vergangenen Sonntag zu den Bundestagswahlen ihre Stimme abgegeben. Mit 34,2 Prozent aller Stimmen konnte die Partei der Linken ihre Vorrangstellung hier bestätigen. Mit 22,3 Prozent folgte die CDU – und schon mit 20,6 Prozent konnte die AfD das drittbeste Ergebnis im Bezirk erzielen.

Die Mandate

Das Direktmandat für den Bezirk errang Petra Pau (Die Linke), die in der vergangenen Legislaturperiode auch das Amt der Bundestagsvizepräsidentin bekleidete. Die aktuelle Kulturstaatsministerin Monika Grütters von der CDU wird ebenfalls erneut in den Bundestag einziehen. Sie war mit dem Spitzenplatz in der Landesliste von ihrer Partei gesetzt worden. Insgesamt verloren alle etablierten Parteien im Bezirk deutlich an Stimmen. Die Linke verlor 4,7 Prozentpunkte, die SPD 4,5 Prozentprunkte und die CDU 3,5 Prozentpunkte im Vergleich zu den Bundestagswahlen des Jahres 2013. Die AfD geht auch in Bezirk Marzahn-Hellersdorf als klarer Gewinner aus diesen Wahlen hervor: 15,7 Prozent heißt die Quote bei ihrer Erststimmenpremiere. Bei den Zweitstimmen konnte die AfD einen Punktezuwachs von 15,3 Prozent verbuchen.

Neue Mischung

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauten viele auf die AfD, die aus dem Stand drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen, eine sogenannte Jamaika-Koalition hinaus. Auch das Wahlergebnis im Bezirk zeigt, wie sich die Gewichte im Parteiengefüge verschoben haben.

Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozent weniger als 2013 und 4,1 Prozent weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26, 8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 32,9 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozent). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent.

Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag berlinweit bei 75,6 Prozent.

Nils Michaelis / Stefan Bartylla, Bilder: Ulf Teichert, imago / Peter Meissner

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[tab title=“ Lichtenberg & Hohenschönhausen“]

Loetzsch gewinnt links – AfD punktet rechts

Hohe Stimmenanteile für die AfD auch in allen Lichtenberger Ortsteilen.  Loetzsch und Sommer
mit Mandaten für den Bundestag.

Genau 72,6 Prozent aller Wahlberechtigten in Lichtenberg haben am vergangenen Sonntag zu den Bundestagswahlen ihre Stimme abgegeben. Mit 34,7 Prozent aller Stimmen konnte die Partei der Linken ihre Vorrangstellung hier bestätigen. Mit 19,73 Prozent folgte die CDU – und schon mit 15,7 Prozent konnte die AfD das drittbeste Ergebnis noch vor der SPD im Bezirk erzielen. Das Direktmandat für Lichtenberg errang Gesine Loetzsch (Die Linke). Der von der CDU zuvor festgelegte Listenplatz von Martin Pätzold reichte bei diesen Wahlen nicht für dessen Einzug in den Bundestag. Helin Evrim Sommer (Die Linke) hingegen schaffte den Einzug in den Bunsdestag über ihren guten Landeslistenplatz ihrer Partei.

Erstmals rechts

Insgesamt verloren alle etablierten Parteien im Bezirk deutlich an Stimmen. Die Linke gab 5,6 Prozentpunkte her, die SPD 5,5 Prozentpunkte und die CDU 3,1 Prozentpunkte im Vergleich zu den Bundestagswahlen des Jahres 2013. Die AfD geht auch in Lichtenberg als klarer Gewinner aus diesen Wahlen hervor: 11,4 Prozent bzw. 11.3 Prozent Zuwachs heißt die Quote bei den Erst- und Zweitstimmen dieser Partei. Nach der Bundestagswahl sind erstmals sechs Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauten viele auf die AfD, die aus dem Stand drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen, eine sogenannte Jamaika-Koalition hinaus.

Mit Verschiebungen

Auch das Wahlergebnis im Bezirk zeigt, wie sich die Gewichte im Parteiengefüge verschoben haben. Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozent weniger als 2013 und 4,1 Prozent weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26,8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 32,9 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozent). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent. Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent.

Hohe Wahlbeteiligung

Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 75,6 Prozent.

Nils Michaelis/ Stefan Bartylla, Bilder: Ulf Teichert, imago / Schöning

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[tab title=“Treptow & Köpenick“]

Gysi und die AfD triumphieren

Linke-Politiker zieht erneut in den Bundestag ein / Rechtspopulisten sind stark am Stadtrand.

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen viele auf die AfD, die drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen hinaus. Auch das Wahlergebnis in Treptow-Köpenick zeigt, wie sich die Gewichte im Parteiengefüge verschoben haben.

Dabei bleibt zumindest in einem Punkt alles beim Alten. Gregor Gysi holte mit 39,9 Prozent der Erststimmen erneut das Direktmandat für den Wahlkreis, verlor gegenüber 2013 allerdings 2,3 Prozent. Weit abgeschlagen ist der Kandidat Niels Korte von der CDU (19 Prozent). Auf Platz drei landete der AfD-Kandidat Martin Trefzer mit 14,9 Prozent. Beide verpassen den Einzug ins Parlament. So auch der bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Schmidt, der von 17,8 Prozent auf 13,8 Prozent abrutschte.

Große Unterschiede

Auch bei den Zweitstimmen lag die Linke mit 25,2 Prozent vorn (2013: 29,5 Prozent), es folgen die CDU mit 20,2 Prozent (25,4 Prozent) und die AfD mit 16,9 Prozent (5,5 Prozent). Auf die SPD entfielen 15,5 Prozent (2013: 17,8 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 76,8 Prozent. Beim Blick auf die Kieze zeigen sich große Unterschiede. Im Wahllokal 103 in der Karl-Kunger-Straße holte die Linke 31,6 Prozent der Zweitstimmen, auf Rang zwei landen die Grünen (24,1 Prozent). Mit sieben Prozent schneidet die AfD vergleichsweise bescheiden ab.

Ganz anders das Bild im Wahllokal 208 in der Springbornstraße: Dort stimmten 26 Prozent für die CDU, auf Platz zwei folgt die AfD (18 Prozent). In insgesamt 14 Wahllokalen in Altglienicke, Bohnsdorf, Wendenschloß und Müggelheim wurden die Rechtspopulisten mit Werten von bis knapp über 30 Prozent sogar stärkste Partei. Beim Blick auf ganz Berlin zeigt sich umso deutlicher eine Schlappe für die Große Koalition. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozent weniger als im Bund. Am stärksten verlor die SPD (minus 6,7 Prozentpunkte).

Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent. Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab. Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent.

Nils Michaelis, Bilder: Ulf Teichert, imago/Matthias Koch

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[tab title=“Tempelhof & Schöneberg“]

Luczak verteidigt sein Direktmandat

CDU und SPD verlieren, Grüne, Linke und FDP legen zu.

Der Ernüchterung der beiden großen Parteien blieb auch im Bezirk Tempelhof-Schöneberg nicht aus. Die CDU blieb trotz Verlusten mit 25 Prozent der Zweitstimmen die stärkste Kraft. Das sind 6,7 Prozentpunkte weniger als 2013. Die SPD verlor mit einem Ergebnis von 20,2 Prozent noch etwas stärker als die Union und hat ein Minus von 7,4 Prozentpunkten zu verzeichnen.

Besser lief es für Bündnis 90/Die Grünen: sie legten um 0,2 Prozentpunkte zu und wurden mit 15,6 Prozent drittstärkste Kraft. Die Linke schafft 13,2 Prozent und damit 3,1 Prozentpunkte mehr. Nach den heftigen Verlusten bei den letzten Wahlen schaffte die FDP mit 10,4 Prozent wieder ein gutes Ergebnis. Die AfD schließlich erreichte 9,6 Prozent – weniger, als auf Bundesebene oder berlinweit.

Direktkandidat Jan-Macro Luczak von der CDU holte trotz Verlusten mit 29 Prozent der Erststimmen erneut das Direktmandat. Schlechte Nachrichten brachten die Bundestagswahlen hingegen für Mechthild Rawert, Bundestagsabgeordnete der SPD. Sie verpasste nicht nur das Direktmandat des Bezirks, sondern auch ihren Platz im Bundestag, für den ihr Platz 5 auf der SPD-Landesliste nicht reicht. Renate Künast schafft es mit Listenplatz 3 der Grünen in den Bundestag.

Auch wenn man das Ergebnis für ganz Berlin betrachtet, haben die Parteien der Großen Koalition eine deutliche Schlappe eingefahren. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozentpunkte weniger als im Bund. Dort kam sie auf 26,8 Prozent und holte gemeinsam mit der CSU 33 Prozent. Am stärksten verlor die zweitplatzierte SPD (minus 6,7 Prozentpunkte). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent.

Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit 12 Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag berlinweit bei 75,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Wahlbezirk Tempelhof-Schöneberg lag sie mit 77 Prozent knapp darüber.

Red., Bilder: Ulf Teichert, Imago/Schoning

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[tab title=“Steglitz & Zehlendorf“]

Der Bezirk wählt Jamaika

Heilmann holt Direktmandat für CDU/ FDP und Grüne legen zu.

Nach der Bundestagswahl sind erstmals sieben Parteien im Parlament vertreten. Mit besonderer Aufmerksamkeit schauen viele auf die AfD, die drittstärkste Kraft wurde. Damit sitzt erstmals seit der Wahl von 1949 eine rechtsgerichtete Partei im Bundestag. Da die SPD eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU aufgekündigt hat, läuft alles auf eine Premiere für eine Koalition von CDU/CSU, FDP und Grünen, ein sogenanntes Jamaika-Bündnis, hinaus. Auch das Wahlergebnis in Steglitz-Zehlendorf zeigt, wie sich die Gewichte im Parteiengefüge verschoben haben.

FDP im Aufwind

Dabei bleibt auf den ersten Blick alles beim Alten. Das Direktmandat im Wahlkreis eroberte Thomas Heilmann (CDU) mit 35,4 Prozent, holte aber mehr als sieben Prozentpunkte weniger als sein Parteikollege Karl-Georg Ernst Gottlob Wellmann vor vier Jahren. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ute Finckh-Krämer kam auf 24,5 Prozent und verpasste den Wiedereinzug ins Parlament. Auch Urban Aykal (Grüne) scheiterte bei einem Ergebnis von 12,7 Prozent der Erststimmen. Die Union machte mit 29,8 Prozent auch bei den Zweitstimmen das Rennen, büßte gegenüber 2013 allerdings 7,4 Prozent ein. Die SPD verliert 6,5 Prozent und landet mit 19,1 Prozent auf Rang zwei. Mit 14,2 Prozent landeten Grüne und FDP gleichauf. Während sich die Grünen leicht verbesserten, konnten die Liberalen ihr Ergebnis von 2013 mehr als verdoppeln. Der Jamaika-Trend im Bund spiegelt sich also auch im Bezirk wider. Im Wahllokal 606 im Bachstelzenweg holte die FDP mit
31,9 Prozent gar den Spitzenwert.

Den Grünen gelang dies in den Wahllokalen 604 (Am Hegewinkel, 29,1 Prozent) und 613 (Wilskistraße, 25,5 Prozent). Schnitt die AfD in anderen Bezirken deutlich besser ab, bleibt sie in Steglitz-Zehlendorf mit etwas mehr als acht Prozent bei Erst- und Zweitstimmen vergleichsweise unbedeutend. Allerdings zieht Birgit Malsack-Winkemann, bislang stellvertretende Vorsitzende des AfD-Bezirksverbands, über die Landesliste in den Bundestag ein. So auch der FDP-Kandidat Hartmut Ebbing. Die Wahlbeteiligung lag bei
79,8 Prozent.

Auch beim Blick auf ganz Berlin zeigt sich die Schlappe der Großen Koalition. Stärkste Partei nach Zweitstimmenergebnissen wurde die CDU mit 22,7 Prozent. Das sind 5,7 Prozentpunkte weniger als 2013 und 4,1 Prozent weniger als im Bund. Am stärksten stärker verlor die SPD (minus 6,7 Prozent). Sie kam auf 17,9 Prozent, bundesweit waren es 20,5 Prozent. Grüne und Linke schnitten in der Hauptstadt wesentlich besser ab als deutschlandweit: Holte die Öko-Partei bei den Zweitstimmen 12,6 statt 8,9 Prozent, waren es bei der Linken 18,8 statt 9,2 Prozent. Die AfD landete mit zwölf Prozent knapp unter der bundesweiten Marke von 12,6 Prozent. Die FDP holte 8,9 Prozent (bundesweit: 10,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug 75,6 Prozent.

Nils Michaelis, Bilder: Ulf Teichert, imago/PEMAX

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