Das Tempelhofer Feld.
Das Tempelhofer Feld. Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin (dpa/bb) – Berlins Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler hat den geplanten neuen Anlauf für eine mögliche Randbebauung des Tempelhofer Feldes verteidigt. «Es gab einen Volksentscheid, es hat ein Gesetz gegeben, ein Gesetz kann man ändern», sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend in der RBB-«Abendschau».

Geplant sei nun aber nicht einfach eine Gesetzesänderung im Parlament. «Sondern wir wollen eine Debatte in der Stadt führen, was wo in der Stadt an Flächen zur Verfügung steht, was wir an Nutzung wollen», so Gaebler. Das Tempelhofer Feld sei ein riesiges Areal, auf dem viele Flächen erhalten werden sollten: «Wir reden über behutsame Randbebauung.»

Es müsse so sein, dass andere Nutzungen und die jetzigen Funktionen des Felds im Falle einer Randbebauung möglich blieben, so Gaebler, also etwa Klimafunktion, Aufenthaltsfunktion oder Freiflächen. «Dass das erhalten bleibt und weiter genutzt werden kann, wir aber gleichzeitig die Wohnungsnot lindern, indem wir neue Wohnungen bauen.»

Gaebler wies darauf hin, dass es im Falle einer Bebauung nicht um Luxuswohnungen gehen solle. Die Idee sei vielmehr, dass kommunale Gesellschaften und gemeinwohlorientierte Genossenschaften Wohnungen bauen, die für die Breite erschwinglich seien.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte am Mittwoch ein zunächst nicht näher bezeichnetes neues Format zur Bürgerbeteiligung bei der Diskussion um eine künftige Nutzung des Areals angekündigt. Dieser Prozess soll noch vor einem internationalen Ideenwettbewerb stattfinden, auf den sich CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag verständigt hatten.

Beim Volksentscheid am 25. Mai 2014 hatte eine Mehrheit der Wähler dafür gestimmt, das nicht mehr als Flughafen genutzte Tempelhofer Feld nicht zu bebauen und stattdessen so zu belassen, wie es ist. Das ist auch in einem Gesetz festgelegt. Angesichts der Wohnungsknappheit in Berlin wird aber seit geraumer Zeit darüber diskutiert, ob das noch zeitgemäß ist.