A100
Die Berliner Grünen bestärkten ihren Widerstand an den Plänen der Bundesregierung noch einmal. Bild: IMAGO/snapshot

Die Berliner Grünen haben ihren Widerstand gegen den vom Bund angekündigten Weiterbau der Stadtautobahn A100 angekündigt.

„In einer Zeit, in der es geboten ist, Energie einzusparen und das Klima zu schützen, braucht es keine weitere Betonschneise durch Berlin“, sagte der Landesvorsitzende Philmon Ghirmai am Samstag beim Grünen-Parteitag in Berlin.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) solle das Geld nicht zum Fenster hinauswerfen, sondern in eine gezielte Stärkung des ÖPNV und des Radverkehrs investieren. „Wenn er davon nichts macht, aber zugleich die A100 wirklich weiterbauen will, dann wird er sich an Berlin die Zähne ausbeißen“, sagte Ghirmai. „Die Menschen haben nicht die Union abgewählt, damit der Wahnsinn in dieser Form weitergeht.“

Berliner Senat kritisiert Pläne

Die rot-grün-gelbe Bundesregierung will den Weiterbau der A100 vom Treptower Park über Friedrichshain Richtung Lichtenberg möglichst schnell umsetzen. Am Dienstag war durch einen Bericht in der Berliner Morgenpost bekannt geworden, dass die Ausschreibung der Planung für den 17. Bauabschnitt Planung erfolgt ist. Der Berliner Senat hat auf die Ankündigung mit Kritik reagiert.

Ghirmai sagte, die A100 löse keines der Verkehrsprobleme Berlins. „Wir lehnen den Weiterbau entschieden ab. Die A100 ist schon heute eine der teuersten Autobahnen bundesweit, 200.000 Euro kostet uns jeder Meter“, kritisierte der Grünen-Landesvorsitzende. „Wir werden entschlossen und mit ganzer Kraft gegen diesen verkehrspolitischen Irrsinn kämpfen.“

Digitaler Parteitag

Ghirmai sprach am Tagungsort nur vor einer kleinen Gruppe von Mitgliedern. Die Berliner Grünen organisierten ihren Parteitag weitgehend digital, die Delegierten schalteten sich per Videokonferenz dazu.

Quelle: dpa