In der Kolumne „Schlager der Woche“ setzen sich unsere Kollegen von Schlager Radio (in Berlin u. a. auf 106,0 UKW) mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und interessanten Alltagsbeobachtungen auseinander. Dieses Mal schreibt Amelie Otto über Berliner Besonderheiten im Supermarkt.
Berlin erkennt man nicht am Fernsehturm, sondern an der Supermarktkasse. Hier treffen Prenzlauer-Berg-Biofans auf Späti-Profis, Touristen mit Clubmate und Rentner, die exakt 2,37 Euro in Centstücken abzählen. Und mittendrin sitzt die Kassiererin, die eigentliche Heldin der Hauptstadt.
Ihr größter Endgegner: die senkrecht abgestellte Glasflasche. Kaum setzt sich das Band in Bewegung, kippt sie um. Dicht gefolgt vom Kunden, der erst bei „Das macht 38,94 Euro“ beschließt, seinen Geldbeutel in den unendlichen Tiefen eines übergroßen Rucksacks zu suchen.
Auch Warentrenner scheinen für manche ein optionales Kunstobjekt zu sein. Plötzlich gehören die Hafermilch des Vordermanns und die Grillwürste der Hinterfrau zu einem gemeinsamen Einkauf. Diskussion inklusive.
Wer in Berlin zum Lieblingskunden werden will, braucht keine Bonuspunkte: Flaschen hinlegen, Trenner benutzen, Zahlungsmittel bereithalten. Denn zwischen Hektik, Schlange und Pfandbons gilt wohl wichtigste Hauptstadtregel: Ein bisschen Rücksicht beschleunigt mehr als jede Expresskasse. Ach ja, lächeln nicht vergessen.
Von Amelie Otto, Schlager Radio (u.a. 106,0 UKW)
