Antoine (Gérard Darmon) und Victoire (Valérie Lemercier). Bild: Caroline Bottaro
Antoine (Gérard Darmon) und Victoire (Valérie Lemercier). Bild: Caroline Bottaro

Edith Piaf, Charles Aznavour Juliette Gréco – bei unserem westlichen Nachbarn sind Inter­preten von Chansons nicht einfach nur Künstler, sondern im besten Falle ­Nationalheilige. Auch Antoine Toussaint, gespielt von Gérard Darmon, ist so ein Star. Nach einem Schlaganfall hat er sich zurückgekämpft. Doch die Lebenslust ist auf der Strecke geblieben. Aus Angst vor einer weiteren Attacke hat er eine Entscheidung getroffen: Er will in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

Auftritt Victoire (Valérie Lemercier). Sie hat Freigang aus dem Knast bekommen. Nun reist sie zu der Hochzeit ihrer Tochter nach Genf und ergattert im Zug den Platz gegenüber von Antoine, der nur seine Ruhe haben will. Doch da ist er bei Victoire an die Falsche geraten, die ununterbrochen plaudernde Frau ist so sehr mit ihren überschäumenden Emotionen beschäftigt, dass sie erst allmählich Antoines Seelenzustand mitbekommt. Ihre Aufgabe fortan: Sie muss diesen Künstler von seinem Vorhaben abbringen.


Jede gute Komödie fußt in der Tragödie

Eine Komödie über Sterbehilfe, das ist ein interessanter Ansatz und entspricht der Prämisse, dass jede gute Komödie in der Tragödie fußt. Regisseur Jean-Pierre Améris hat bereits in sehenswerten Filmen wie „Die anonymen Romantiker“ oder zuletzt „Wie das Leben manchmal spielt“ sein Faible für ungewöhnliche Paare bewiesen. Hier lässt er nun einen maulfaulen Lebensmüden auf eine Frau treffen, die mit ihrer affektierten Art nicht nur auf Antoines Nerven herumtrampelt, sondern oft Fremdscham auslöst.

Und doch schafft sie es, Antoine zu beeinflussen, in ihm das Interesse an anderen Menschen zu wecken. Gérard Darmon ist übrigens neben der Schauspielerei auch als Sänger aktiv.

Ticket ins Leben F 2025, 91 Min., R: Jean-Pierre Améris, D: Valérie Lemercier, Gérard Darmon, Patrick Timsit u.a., Kinostart: 28. Mai