Der Wiggerl (Maximilian Brückner), der weiß, wie man es sich gutgehen lässt. Bild: Leonine Studios
Der Wiggerl (Maximilian Brückner), der weiß, wie man es sich gutgehen lässt. Bild: Leonine Studios

Mit der Kurzgeschichte „Der Münchner im Himmel“ von ­Ludwig Thoma aus dem Jahr 1911 und der berühmten Vertonung durch Adolf Gondrell – auf YouTube gibt es eine sehenswerte Zeichentrickverfilmung – hat diese Komödie im Grunde nur die Prämisse gemein. Das eigentliche Vorbild ist ein anderes: die wunderbare TV-Serie ­„Monaco Franze – Der ewige Stenz“ mit dem legendären Helmut Fischer; Regie: Helmut Dietl. Die Regie bei „Ein Münchner im Himmel“ hat nun dessen Sohn David übernommen.

Aus dem Dienstmann Alois ­wurde der Taxifahrer Ludwig: Der von allen nur Wiggerl (Maxi­milian Brückner) genannte Münchner ist ein Stenz vor dem Herrn: liebenswürdig, arbeitsunwillig, untreu, Gaunereien nicht abgeneigt – und dabei immer auf sein eigenes Wohl bedacht. Die Ehe mit seiner Noch-Gattin Kathi (Hannah Herzsprung), Kellnerin auf dem Viktualienmarkt, blieb dabei genauso auf der Strecke wie die Beziehung zu seiner Tochter Toni (Momo Beier). Dann passiert’s: Wiggerl landet nach einem Autounfall im Koma, ist quasi tot. Aber eben nur quasi. Im Himmel oben sind Petrus (Robert Palfrader) und Göttin (Ina Müller) so genervt von Wiggerls Gezeter, dass sie ihn als Geist zurück in die bayer­ische Landeshauptstadt schicken. Fortan ist unser „Held“ damit beschäftigt, seinen gefährlich ins Rot tendierenden „Sündenkompass“ wieder auf Grün zu bringen, nur so ist ein Weiterleben für ihn möglich.


Es muss also eine Läuterung für den Stenz her. Und für die ist die Aufarbeitung der Beziehung zu einigen Menschen notwendig, allen voran zur Tochter und zum seit Jahrzehnten verstoßenen Vater (Heiner Lauterbach). Die beiden sind die einzigen, die – aus welchen Gründen auch ­immer – Wiggerl sehen und ­hören können.

Diese von Herzen kommende Hommage an die Stadt München und an das bayerische Lebensgefühl ist recht hübsch anzuschauen und hat mit Maxi­milian Brückner auch einen idealen Stenz sowie knackige Gastauftritte der ­Kabarettisten Maxi Schafroth und Sigi Zimmerschied sowie anderen Promis wie Olli Schulz oder Ina Müller zu bieten. Dabei werden Themen wie Familienbande, Vertrauen und Egoismus gestreift. Allerdings wünscht man sich, dass der Drehbuchautor Marcus Pfeiffer („Beckenrand Sheriff“) bezüglich der legendären bayerischen Anarchie etwas mehr in die Vollen gegangen wäre.

Ein Münchner im Himmel

D 2026, 89 Min., R: David Dietl, D: Maximilian Brückner, Hannah Herzsprung, u. a.

Kinostart: 14. Mai 2026