Fast überall liegt Dreck auf der Straße, Sperrmüll steht auf Gehwegen, Reste von Fast-Food und Verpackungen in Parks und auf Bahnsteigen, von den Zigarettenkippen und dem Hundekot ganz zu schweigen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Mir ist Berlin viel zu dreckig.

Natürlich ist die Stadtregierung gefragt. Zusammen mit der BSR muss sie genug Personal einsetzen, für regelmäßige Leerungen der öffentlichen Mülleimer sorgen und Sperrmüll schnell abholen. All das ist wichtig. Aber es reicht nicht. Wenn wir unseren Müll einfach liegen lassen, nützen die vielen fleißigen Straßenfeger und die schnelle Sperrmüllbeseitigung nichts. Jeder Einzelne sollte die mitunter gut gepflegte Achtlosigkeit aufgeben und sich auch mal bücken, wenn sich Unrat in den nahen orangefarbenen Abfallbehälter werfen lässt.


Zum Glück gibt es viele Berlinerinnen und Berliner, die nicht nur schimpfen, sondern selbst aktiv werden. In Marzahn-Hellersdorf haben die „Kiezmacher“ rund um den Kaulsdorfer See jüngst Müll und Dreck eingesammelt und Wege sowie Uferbereiche sauber gemacht. Dort macht der Wochenendspaziergang jetzt wieder Spaß.

Nicht nur wollen, sondern auch machen

Auch in anderen Bezirken packen Menschen an. In Mitte treffen sich Anwohner regelmäßig, um in Grünanlagen wie dem Monbijoupark Müll zu sammeln. In Friedrichshain-Kreuzberg organisieren Nachbarschaftsgruppen Cleanup-Aktionen entlang der East Side Gallery, wo oft Glasflaschen, Pizzakartons und Kippen liegenbleiben. Solche Aktionen zeigen, dass Berlin sauberer sein kann, wenn wir es nicht nur wollen, sondern selbst etwas dafür tun.

Ein besonders praktisches Werkzeug dafür ist die Plattform „Kehrenbürger“ der Berliner Stadtreinigung. Dort können Menschen eigene Aufräumaktionen anmelden, in der Nachbarschaft darauf aufmerksam machen und sehen, wo demnächst jemand in der Nähe Müll sammelt. Die BSR unterstützt auf Wunsch mit Greifzangen, Müllsäcken und übernimmt auch die Abholung des gesammelten Abfalls.

Berlin wird nicht automatisch sauber, nur weil wir über Dreck klagen. Sauberkeit ist kein Service, den wir vollversorgend für unsere 3,9-Millionen-Einwohner-Stadt bestellen können, sondern ein Zustand, den wir nur gemeinsam schaffen. Natürlich muss die Stadt handeln. Aber es reicht nicht immer nur zu rufen: „Macht endlich!“ Es beginnt bei uns. Zeit für den Frühjahrsputz in unseren ­Kiezen!