Wer morgens die ­Nachrichten öffnet, könnte leicht glauben, die Welt stehe kurz vor dem ­Untergang. Kriege, Krisen, ­wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Zuspitzungen ­dominieren die Debatte. Das ­alles ist real. Aber es ist nicht die ganze Wirklichkeit.

Denn während täglich über ­Probleme gesprochen wird, geschieht gleichzeitig viel Gutes, und dies zumeist ­direkt vor unserer Haustür.


Dass in Berlin neue Schulen entstehen, das sind keine abstrakten Zahlen. Für Kinder und Eltern bedeutet das bessere Lernbedingungen, kürzere Wege und oft ein Stück Entlastung im Alltag. In unseren Kiezen werden aktuell viele Bäume gepflanzt. Jeder einzelne verbessert das Stadtklima, spendet Schatten und macht unsere Stadt lebenswerter. Spielplätze werden ­erneuert, Straßen saniert und Union spielt weiterhin in der 1. Liga. Das alles sind keine Nebensächlichkeiten.

Ich finde, Politik darf Probleme nicht beschönigen. Aber sie darf Menschen auch nicht dauerhaft in dem Gefühl zurücklassen, ­alles gehe nur noch ununterbrochen bergab. Denn die Politik ist dazu da, Probleme zu lösen und die Welt Schritt für Schritt besser zu machen.

Natürlich darf man Missstände benennen. Kritik gehört nunmal zur ­Demokratie. Aber wer den ­Eindruck vermittelt, es werde alles immer nur schlechter, der raubt den Menschen ­Vertrauen und Zuversicht. Und wer ein Land ständig nur schlecht­redet, dem sollte man nicht die ­Verantwortung übertragen, es zu gestalten.

Fortschritt wächst leise

Fortschritt entsteht selten spektakulär. Meist wächst er leise: Stein für Stein, Baum für Baum, Entscheidung für Entscheidung. Gerade deshalb lohnt es sich, ­genauer hinzusehen.

Ich schaue inzwischen morgens bewusst bei „Good News“ vorbei. Nicht, weil ich die Probleme unserer Zeit kleinreden möchte. Sondern weil ich glaube, dass wir beides sehen müssen: die Herausforderungen und das, was gelingt. Nur wer die ganze Wirklichkeit im Blick behält, kann sie gestalten.

Wir sollten uns diese ­Perspektive bewahren. Nicht aus Naivität, sondern aus Verantwortung. Denn Zuversicht ist keine ­Schönfärberei. Sie ist eine ­Voraussetzung dafür, dass ­Menschen handeln, investieren, Verantwortung übernehmen und sich engagieren. Und genau davon lebt unsere Demokratie.