Auf dem Mauerweg gibt es viel Geschichte und Natur zu entdecken. Bild: Emmanuele Contini
Auf dem Mauerweg gibt es viel Geschichte und Natur zu entdecken. Bild: Emmanuele Contini

ERKUNDUNG Entlang der ehemaligen Mauer rund um Berlin gibt es viel zu entdecken

Am 9. November jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 37. Mal. Weil es bis dahin allerdings schon zu Temperaturen im einstelligen Bereich kommen kann, nutzen wir lieber den hoffentlich schönen Altweibersommer, um auf dem nördlichen Teil des insgesamt 160 Kilometer langen Mauerradwegs die Geschichte der einstigen Teilung Deutschlands zu erfahren – im wahrsten Sinne des Wortes.Los geht unsere Fahrradtour am Bahnhof Staaken im Westen von Spandau. Schon nach wenigen Kilometern erreichen wir den Spandauer Forst, ein ausgedehntes Waldgebiet mit 1.347 Hektar Gesamtfläche. Zwischen hohen Kiefern verbergen sich entlang des Weges hier bereits die ersten Infotafeln der mit Mahnmalen und Gedenkstätten gespickten Route.


Nur wenig weiter liegt der Laßzinssee, ein kleiner, aber idyllischer See. Die daneben liegende Aussichtsplattform eignet sich perfekt für eine Pause nach knapp neun zurückgelegten Kilometern. In der Nähe verläuft auch der Havel-Radweg, der uns für einen kurzen Abschnitt begleitet. Die Havel, einst eine natürliche Grenze, wurde während der innerdeutschen Teilung mit zusätzlichen Grenzschutzmaßnahmen gesichert.

Grenzturm. Bild: IMAGO / F. Anthea Schaap
Grenzturm. Bild: IMAGO / F. Anthea Schaap

Stopp am Grenzturm

Weiter geht es Richtung Norden, vorbei an kleinen Dörfern und durch weite Felder. In Nieder Neuendorf erwartet uns ein besonders eindrucksvolles Relikt der Berliner Mauer: der Grenzturm. Der Wachturm, einer der letzten seiner Art, thront noch immer über der Landschaft und bietet einen weiten Blick über das einst geteilte Land. Gebaut in den 1980er-Jahren, war er Teil des „Todesstreifens“, der West-Berlin von der DDR trennte. Heute kann man den Turm besteigen und sich ein Bild von der einstigen Grenze machen. Das dazugehörige kleine Museum ist kostenlos zu besichtigen, Führungen sind nach Anmeldung möglich.

Die Route führt uns weiter nach Frohnau, einem Stadtteil, der mit seiner historischen Invalidensiedlung einen besonderen Charme hat. Die Siedlung, die zwischen 1937 und 1939 errichtet wurde, ist ein architektonisches Juwel. Die kleinen, farbenfrohen Häuser mit ihren Gärten wirken wie aus einer anderen Zeit und erzählen von einer Epoche, in der man versuchte, den Opfern des Krieges ein würdevolles Zuhause zu geben. Heute ist die Invalidensiedlung ein beliebtes Wohngebiet, das mit seinem dörflichen Charakter und seiner Geschichte beeindruckt.

Stets gut ausgeschildert. Bild: IMAGO / Emmanuele Contini
Stets gut ausgeschildert. Bild: IMAGO / Emmanuele Contini

Nach etwa 40 gefahrenen Kilometern streifen wir Lübars, ein kleiner Ortsteil im Norden Berlins, der noch immer den Charme eines Dorfes bewahrt hat. Hier, am Rande der Stadt, scheint die Zeit etwas langsamer zu ticken. Die alten Bauernhöfe und die weiten Felder erinnern daran, dass Berlin nicht nur aus Beton und Asphalt besteht. Wir folgen dem Tegeler Fließ, einem kleinen Fluss, der sich gemächlich durch die Landschaft schlängelt. Wer hier radelt, fühlt sich wie in einer anderen Welt, weit weg vom Großstadtlärm, umgeben von Grün und Wasser.

Zwei Optionen

Am Ende unserer Tour haben wir die Wahl: Entweder steigen wir nach knapp 50 Kilometern am S-Bahnhof Schönholz in die Bahn, oder wir folgen dem Mauerradweg weiter bis zum Brandenburger Tor. Wer sich für Letzteres entscheidet, wird mit einem der bekanntesten Wahrzeichen Berlins belohnt, das einst ein Symbol der Teilung war, heute aber für die Einheit Berlins und Deutschland steht. Genauso wie der Mauerradweg an sich.

Unsere Erkundungen auf Komoot:
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