Die Spitze der Fischerinsel mit Blick auf den Historischen Hafen. Bild: Martin Schwarz
Die Spitze der Fischerinsel mit Blick auf den Historischen Hafen. Bild: Martin Schwarz

Unser Spaziergang führt in dieser Woche mit vielen Wegen am Wasser durch den südöstlichen Teil von Mitte mit vielen Sehenswürdigkeiten.

Wenn man den U- und S-Bahnhof Jannowitzbrücke Richtung Süden verlässt und die Straßenseite wechselt, stößt man nicht nur auf das Märkische Ufer an der Spree, sondern auch auf die Chinesische Botschaft. Es geht am Wasser entlang, oberhalb: das Restaurant „Mari­nehaus“ mit einer Inschrift über die 1919 hier stationierte Volksmarinedivision. Über den Märkischen Platz und vorbei am wegen Bauarbeiten umzäunten ­Märkischen ­Museum erreichen wir den Köllnischen Park, streifen die Brasilianische Botschaft und stoßen auf die hübsche Heinrich-Zille-Statue, gestaltet 1964/1965 von dem Bildhauer Heinrich Drake. Dahinter: der Bärenzwinger. Seit 2015 gibt es hier keine ­echten Bären mehr, nur einen aus Holz neben dem kleinen Turm, der sich „Wusterhausener Bär“ nennt und mal Teil einer Festungsanlage war.


Wir gehen die Runge- bis zur ­Inselstraße. Links: das Restaurant „Suppengrün“ (Inselstr. 1a, Mitte, Tel. 24 78 13 90, Mo–Fr 7.30–15 Uhr, www.suppengruen.net) mit, richtig: einem großen Suppenangebot. Wir stoßen auf den Schulze-­Delitzsch-Park, eine Verkehrsinsel mit der seit 1899 hier stehenden Statue von Hermann Schulze-Delitzsch (1808–1883), dem Politiker und Begründer des deutschen Genossenschaftswesens.

Die Friktionsspindelpresse

Ab hier machen es einem die Straßennamen nicht leicht, wurden doch etliche mehrfach vergeben. Die Neue Jakobstraße biegt als ebensolche auch links ab und stößt auf einen Ableger der Heinrich-Heine-Straße. Über die Annenstraße stößt man auf einen Ableger der Dresdener Straße, die durch ­einen Wohnbereich und an einer alten „Friktionsspindelpresse“ (ein Schild erklärt, was das ist) vorbei zur Sebastianstraße leitet. Rechts stoßen wir auf den Luisenstädtischen Kirchpark. Früher gab es hier eine Kirche mit Friedhof. Eine Stele am nordwestlichen Rand des Parks verweist auf drei Prominente, die hier einst bestattet wurden: der Justizreformer Carl Gottlieb Svarez, der Komponist Wilhelm Friedemann Bach und der Autor Christoph Friedrich Nicolai.

Gegenüber am Haus Alte Jakob-­Straße 85/86 gibt es einen werktags von 6 bis 23 Uhr geöffneten Durchgang, der uns nicht nur zur Neuen ­Grünstraße bringt, sondern auch zu dem empfehlenswerten spanischen Restaurant „Tapas y más“ (Neue Grünstr. 17, Mitte, Tel. 28 09 93 53, Mo–Fr ab 11, Sa+So ab 17 Uhr, www.tapasymas-berlin.de). Zu empfehlen sind besonders die Paella und die Tapas-Platten. Schräg links führt die Elisabeth-Mara-Straße ­Richtung Spittelmarkt. Das „Haus des Papiers“ lädt freitags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu Papierkunst (www.hausdespapiers.com), gegenüber hat das kleine Restaurant „Spätzle Club“ eben jene Spezialität in vielen Variationen zu bieten (Mo–Fr 11–16 Uhr). Am Gertraudenhain begutachten wir ­einen kleinen Wald, einen hier angelegten „tiny forest“, und erreichen am Ufer des Spreekanals entlang über die Wallstraße die Grünstraßenbrücke.

Die Fischerinsel

Wir überqueren sie und befinden uns nun auf der Fischerinsel, dem südlichen Teil der Spreeinsel. Nach einer Kahlschlagsanierung wurden hier zwischen 1969 und 1973 sechs Wohnhochhäuser errichtet. Die etwas später errichtete Großgaststätte Ahornblatt mit ihrer markanten zackenförmigen ­Architektur wurde leider im Jahr 2000 abgerissen.

Wir gehen am Wasser entlang, streifen das rührige Nachbarschaftszentrum Kreativhaus (www.kreativhaus-berlin.de) und kommen zur idyllischen Spitze der Fischerinsel mit Blick auf den Historischen Hafen.

Weiter geht es zur Mühlendammbrücke. Wegen der gefühlt seit Äonen andauernden Bauarbeiten dort müssen wir links eine Ampel nutzen, um auf der anderen Straßenseite die Spree zu überqueren und zum Museum Ephraim-Palais (Poststraße 16, Mitte, Tel. 24 00 21 62, Di–So 10–18 Uhr, 7 €, www.stadtmuseum.de/museum/museum-ephraim-palais) zu gelangen. Hier läuft die Dauerausstellung „BerlinZEIT – Die Stadt macht Geschichte!“ und derzeit auch die ­Sonderausstellung „Berliner Höfe – Zwischen Alltag, Arbeit und Begegnung“.

Die Treppe hinab am Restaurant Ephraims vorbei geht es unter der Brücke zum Roland­ufer. Bei der ­Klosterstraße befindet sich die Botschaft der Niederlande, mit einem überdimensionalen Tea Table und der „Rembrandtweide“ davor. Diese Baumart spielt eine Rolle im Ouevre des Malers. Kurz darauf erreichen wir wieder den Bahnhof Jannowitzbrücke. Für die knapp fünf Kilometer lange Tour sollte man etwa anderthalb Stunden einplanen. 

Unsere Erkundungen auf Komoot:

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