
Ich sage es, wie es ist: Ich kann und will Donald Trump nicht mehr ertragen. Die erste Amtszeit war ein Tiefpunkt, die zweite Amtszeit ist unerträglich. Die USA sind eine Großmacht – wirtschaftlich und militärisch stärker als jedes andere Land. Noch. Entsprechend groß ist der mediale Raum, den Donald Trump mit seinem politischen Irrsinn in Deutschland einnimmt. Kein Tag ohne Trump.

Gefährdung der internationalen Ordnung
Da wurden Zölle verhängt, die der Weltwirtschaft und nicht zuletzt den Konsumenten in den USA schaden. Steuern wurden gesenkt, vor allem für die Reichsten, Entwicklungshilfe wurde eingestellt. Der Rechtsstaat wird geschwächt, Medien werden unter Druck gesetzt. Gegen Migranten wird eine Hetzjagd betrieben. US?Bürgerinnen und -Bürger, die sich widersetzen, zahlen diesen Einsatz im Zweifel mit dem Leben.
Kriege will Donald Trump beendet haben – „8 1/4“, nach eigener Aussage. Können Sie die aufzählen? Die Wahrheit ist: Trump und die USA befrieden nicht die Welt, sondern gefährden die internationale Ordnung mit ihrem imperialen Anspruch wie vielleicht nie zuvor. Wochen vor dem staatsterroristischen Angriff in Venezuela wurden die Bosse der Ölkonzerne aufgefordert, „ready“ zu sein. Maduro und seine Frau wurden entführt, um an die größten Ölvorkommen der Welt zu gelangen – nicht wegen demokratischer Defizite. Diese spielen für Trump zum Beispiel im arabischen Raum keine Rolle.
Es geht nicht um Sicherheit
Dem NATO?Mitglied Dänemark bzw. Grönland droht die US?Regierung unverhohlen mit militärischer Gewalt oder Übernahme. Die NATO?Staaten – auch Deutschland – rüsten auf wie nie zuvor, auf Druck von Trump. Der Bundeskanzler meint, er müsse den US?Präsidenten bei Laune halten. Doch die größte Bedrohung für die NATO?Mitglieder geht derzeit nicht von Dritten aus, sondern vom Mann im Oval Office. Auch in Grönland geht es nicht um Sicherheit; die USA könnten jederzeit mehr als die aktuell rund 150 Soldaten im Eis stationieren. Unter seinen Amtsvorgängern waren es 10.000. Es geht – wie in Venezuela – um Bodenschätze.
Das Kanzleramt kann diesen Mann nicht mit Unterwürfigkeit bei Laune halten. Auch unser Land hat seinen Stolz. Deutschland und Europa müssen ihren eigenen Weg formulieren – die transatlantische Partnerschaft ist in ihrer bisherigen Form an ein Ende gekommen.
Text: Dietmar Bartsch
