
„Über Unterbiberger – Vom Woid in die Welt“
Das war ein großer Spaß in der hübschen Altstadt von Hof! Die Unterbiberger Hofmusik spielte auf, und das aus gutem Grund: Matthias Ditscherleins Film über das Musikensemble „Über Unterbiberger – Vom Woid in die Welt“ eröffnete im Oktober 2025 die 59. Hofer Filmtage, eines der ältesten deutschen Filmfestivals. Dafür einen Dokumentarfilm auszuwählen, ist ungewöhnlich – er wurde entsprechend umjubelt.
Eines kann man zuallererst lernen: den Unterschied zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik. Hören Sie sich doch mal die überraschenden Klänge des Ensembles Unterbiberger Hofmusik (www.unterbiberger.de) an: waschechte Volksmusik mit langer Tradition, weit weg von der an den Schlager angelehnten volkstümlichen Musik.
Was das musikalische Familienunternehmen zudem von anderen Musikgruppen unterscheidet, ist die Öffnung für andere musikalische Traditionen. Dafür verantwortlich ist ganz wesentlich Franz Josef Himpsl. Mit seiner Frau Irene und den Söhnen Xaver, Ludwig und Franz Jr. – alle musikalisch ausgebildet – macht der ehemalige Realschullehrer Volksmusik mit Jazzeinflüssen, mitunter unterstützt von Solovirtuosen wie Andrew Mc Naughton oder Jay Ashby.
Doch das genügt den Himpsls nicht: Sie reisen bevorzugt ins Ausland, um Land und Leute sowie die dortigen musikalischen Gepflogenheiten kennenzulernen und sie mit der eigenen zu verschmelzen.
Rund zehn Jahre hat Regisseur Ditscherlein die Familie Himpsl auf ihren Reisen begleitet, etwa nach Ägypten oder in die Türkei. Dort sorgten sie mit ihren Interpretationen von einheimischer Musik für Aufsehen. Doch es geht Franz Josef Himpsl nicht allein um Musik, er hat Arabisch sowie Türkisch gelernt und interessiert sich ganz ernsthaft für diese Kulturen, stellt den Menschen aber auch die eigene vor.
Und niemals vergessen die Himpsls dabei die bayerischen Wurzeln. Echte Völkerverständigung auf eine besondere Art – das lehrt uns dieser ungewöhnliche Film. Unterbiberg ist übrigens ein Gemeindeteil von Neubiberg, direkt an der Münchner Stadtgrenze.

