Sogar der Bär ist dafür – überall in der Stadt wird mittlerweile für die Expo 2035 geworben. Bild: IMAGO / Arnulf Hettrich
Sogar der Bär ist dafür – überall in der Stadt wird mittlerweile für die Expo 2035 geworben. Bild: IMAGO / Arnulf Hettrich

Weltausstellung Im Jahr 2035 soll die Expo nach Berlin kommen. Zahlreiche ­Institutionen in der Stadt unterstützen diesen Plan

Weltausstellung – was fällt einem dazu ein? Der Eiffelturm (Paris 1889), das ­Atomium (Brüssel 1958), die großen Erfolge in Hannover 2000 oder jüngst in Osaka, aber auch die schlimme ­Kolonialausstellung parallel zur Weltausstellung in Berlin 1896.


Jetzt wieder Berlin. Der Verein Global Goals für Berlin e.V., dem sich über 1.000 Projekte der Stadt angeschlossen haben, macht sich für eine Bewerbung der jetzt Expo genannten Weltausstellung für unsere Stadt stark. Man kann Riesenveranstaltungen gegenüber skeptisch sein und von einer Olympiabewerbung ­Berlins halten, was man will – gegen eine Expo gibt es kaum Gegenargumente.

Das beginnt schon bei den Zustimmungswerten in der Bevölkerung: Nach einer ­repräsentativen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) sind 65 Prozent der Einwohner Berlins für die Austragung der Expo. Das ist in einer so diversen Stadt ein fast sensationeller Wert, und das parteienübergreifend: ob nun Anhänger von CDU (80 Prozent), SPD (76 Prozent), Grüne (74 Prozent) oder Linke (60 Prozent) – in allen demokratischen Lagern findet sich eine Mehrheit.

Mal ehrlich: Geht es Ihnen nicht auch auf den Geist, dass dauernd alle gegeneinander arbeiten und sich letztlich nichts zum ­Besseren wendet? Global Goals für Berlin e.V. hat mit Unterstützung zahlreicher ­Experten ein schlüssiges Konzept entworfen. Da ist der dezentrale Ansatz: Die Expo soll sich über die ganze Stadt ver­teilen, die Kieze sollen mit rund 100 Pavillons ­innovative Projekte präsentieren. Als ­Zentrum der Expo schlägt Global Goals für Berlin e.V. drei Standorte vor: das Terrain um den früheren Flughafen Tegel, Bereiche rund um den BER und den CleanTech Park Marzahn.

Berlin als Vorreiter

„Ziel unserer Aktivitäten ist eine sozial gerechte, ökologisch nachhaltige und ökonomisch stabile Stadt“, sagen die Macher von Global Goals. Ist es denn so absurd, dass unsere Stadt der Vorreiter für eine moderne Welt werden könnte, in der sich Wirtschaft und Umwelt nicht ausschließen? Dazu bezieht man sich explizit auf die im Jahr 2016 verkündeten 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die reichen von der Abschaffung von Armut und Hunger über gute Bildung und saubere Energie bis zu Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen. Um diese Einstellung symbolisch zu bekräftigen, hat man sich etwas Hübsches einfallen lassen: Überall in der Stadt – etwa in der Urania, im Bahnhof Potsdamer Platz oder im Europa Center – stehen 17 Klaviere repräsentativ für die 17 Nachhaltigkeitsziele, als Orte des Zusammenkommens.

Jetzt liegt der Ball bei der Politik. Laut „Welt“ hat sich der Regierende Bürgermeister Kai Wegner für eine Expo am BER ausgesprochen. „Ich glaube, eine Expo kann für die Metropolregion Berlin-Brandenburg einen richtigen Schub geben“, sagte Wegner laut „Welt“. Und es stimmt: Eine Weltausstellung in Berlin ist ohne eine Miteinbeziehung Brandenburgs nicht denkbar. Na, dann mal los: Bis Ende 2026 kann man sich für die Expo 2025 beim zuständigen Bureau International des Expositions (BIE) in Paris bewerben. Und es wäre wohl sinnvoll, eine Olympiabewerbung davon zu entkoppeln. Sonst steht Berlin womöglich am Ende mit leeren Händen da.

www.globalgoalsberlin.de / www.expo2035-berlin.com