
Die 76. Berliner Filmfestspiele stehen vor der Tür, mit neuesten Produktionen aus der ganzen Welt, etlichen Prominenten – und Wim Wenders als Jury-Präsident
Berlin im filmischen Ausnahmezustand. Die neue Festivalchefin Tricia Tuttle geht in ihr zweites Jahr, und es wird klar: Sie geht den Weg des Vorgängerteams Mariette Rissenbeek / Carlo Chatrian weiter und entfernt sich konsequent vom Starrummel in Cannes und Venedig, konkurriert also nicht mehr wie einst Dieter Kosslick um wohlklingende Namen in Regie und Schauspiel, sondern öffnet das Festival für Filme von überall her. Bert Rebhandl, Film-Chef vom Stadtmagazin tipBerlin (das in seiner Februarausgabe breit berichtet, www.tip-berlin.de) hofft sogar auf „Berlin als eine Welthauptstadt des Kinos“. Und Rebhandl weiter: „Der globale Süden ist nicht mehr Bittsteller, sondern umgekehrt bemerkt Deutschland gerade, dass in der Welt Dinge vorgehen, für die man lange blind war.“ So finden sich im Programm Filme aus Indonesien ebenso wie aus Südafrika, Brasilien oder Peru.
Und Deutschland? Eine eigene Sektion gibt es leider nicht mehr, deutsche Produktionen findet man nun in den diversen Bereichen von Forum bis Panorama. Im Wettbewerb – auf den naturgemäß immer ein großes Augenmerk geworfen wird – sind drei hiesige Filme vertreten: „Etwas ganz Besonderes“ von Eva Trobisch, „Gelbe Briefe“ von Ilker Çatak und „Meine Frau weint“ von Angela Schanelec. Wer die Stars sucht: Es werden etliche erwartet, von Ethan Hawke bis Juliette Binoche, von Amanda Seyfried bis zu Channing Tatum. Den Jury-Vorsitz hat 2026 auch ein Weltstar: Man wundert sich, warum Wim Wenders diese Funktion nicht schon früher bekleidet hat.
Karten
Einen allgemeinen Vorverkauf gibt es nicht – sondern die Tickets immer nur drei Tage im Voraus ab 10 Uhr morgens. Für alle Vorführungen in der Uber Eats Music Hall und für den Berlinale Publikumstag am 22.2. gibt es ab 9. Februar schon Karten. Tickets für die Vorstellung in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee können ab dem 9. Februar telefonisch unter 25 92 02 59 bestellt werden.
Tickets für die Vorstellung von „Geheimnisse der Seele“ sind ebenfalls ab dem 9. Februar um 10 Uhr erhältlich. Der Normalpreis beträgt 15 €, für den Berlinale Palast 20 €. In den beiden Kinderfilmsektionen der „Generation“ kosten die Karten 9, am Publikumstag 11 €. Es gibt Ermäßigungen.
Spielstätten
Auf der Berlinale-Homepage gibt es eine Karte mit den Spielorten. Und man sieht: Überall in der Stadt gibt es Vorführungen, vom Bali im Südwesten bis zum Casablanca im Südosten. Nach dem Wegfall von Sony Center, Arsenal und Kinemathek ist der Potsdamer Platz nicht mehr der zentrale Ort, man bespielt neben dem Berlinale Palast noch das CinemaxX und das Blue Max Theater.
Ansonsten sind da noch der Zoo Palast, das Cubix, das Delphi, die Uber Eats Music Hall, die Akademie der Künste Hanseatenweg, das Haus der Berliner Festspiele, das Colosseum und einige mehr.
Berlinale 12. bis 22. Februar 2026, überall in der Stadt
Mehr Infos unter: www.berlinale.de

