Medizin: Einseitige Belastungen im Job können die Gelenke auf lange Sicht schädigen und zu chronischen Schmerzen führen.

Nicht jeder Arbeitnehmer sitzt bequem im Büro – für viele Erwerbstätige in Deutschland gehören körperliche Belastungen zum Arbeitsalltag, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) informiert: Laut Befragung arbeiten demnach beispielsweise mehr als die Hälfte häufig im Stehen, jeder Vierte muss bei der Arbeit schwere Lasten tragen oder heben und 17 Prozent müssen immer wieder unbequeme Zwangshaltungen einnehmen.

Viele Berufsbilder

Dies kann auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen. So sind berufliche Belastungen, die mit fortwährendem Knien, Hocken, schwerem Heben oder Tragen und einseitigen Bewegungsabläufen einhergehen, oft mit dem Auftreten von Arthrose verbunden. Zu solchen Berufen zählen zum Beispiel Kranken- oder Altenpfleger, Verkäufer, Maler, Kellner, Friseure, Mechaniker oder Jobs auf dem Bau. Wer bei der Arbeit so ein Risiko trägt, sollte darum aktiv etwas für seine Gelenke tun. Das beginnt mit moderater Bewegung – auch wenn bereits körperlich gearbeitet wurde. Sie dient zum Ausgleich zu einseitigen Tätigkeiten im Job und trägt dazu bei, dass der Gelenkknorpel geschmiert und mit Nährstoffen versorgt wird. Dabei sollten aber Sportarten gewählt werden, die wenig belastend sind, wie Schwimmen, Radfahren, Walken, Aquagymnastik oder Tai Chi. Treten bereits Gelenkbeschwerden auf, können außerdem Injektionen mit Hyaluronsäure sinnvoll sein. Hier haben sich hochmolekulare, quervernetzte Hyaluronsäuren wie Synvisc als besonders effektiv gezeigt. Sie verbleiben besonders lange im Gelenk und können die Knorpel vor weiterem Abrieb schützen, indem sie die Schmier- und Pufferfunktion der natürlichen Gelenkflüssigkeit ergänzen oder ersetzen. Unter www.fit-und-mobil.info gibt es weitere Informationen.

Plötzlich arbeitsunfähig

Wenn die Arthrose allerdings bereits fortgeschritten ist, kann dies sogar dazu führen, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. In diesem Fall kommt eine Umschulung infrage. Diese sind allerdings oft kostspielig und können von vielen Betroffenen nicht selbst gezahlt werden. Anlaufstellen für eine Finanzierung sind dann etwa die Rentenversicherung, das Arbeitsamt oder die Berufsgenossenschaft.

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