Tyrannosaurus rex Tristan Otto ist zurück in Berlin! Und er ist nicht allein! In der Ausstellung „Dinosaurier! Zeitalter der Riesenechsen“, die ab 23. August 2022 bis 30. November 2023 im Museum für Naturkunde Berlin zu sehen ist, sind spektakuläre neue Dinosaurierfossilien im Original zu bewundern.
Dinosaurier waren eine unglaublich erfolgreiche Tiergruppe. Sie bevölkerten mehr als 150 Millionen Jahre unseren Planeten. Ihre Herrschaft umfasst drei Erdzeitalter: Trias, Jura und Kreide. Sie überstanden eines der fünf großen Massenaussterben und passten sich an verändernde Umweltbedingungen an. Das Ende ihrer Herrschaft kam plötzlich und vollzog sich vor 66 Millionen Jahren.
Was hat diese Geschichte mit uns zu tun? Besucher der neuen Sonderausstellung “Dinosaurier können das ab sofort im Museum für Naturkunde herausfinden und sich von spektakulären Fossilien aus drei Zeitaltern der Dinosaurierzeit begeistern lassen.
Star der Ausstellung: Tristan Otto
Im Dezember 2015 kam Tristan Otto als erstes originales Tyrannosaurus rex Skelett nach Europa und ans Museum für Naturkunde in Berlin. Tristan Otto gehört damit zu einer der wenigen T. rex Originalskelette außerhalb Nordamerikas. Zwischen Juni 2020 und Dezember 2021 war der T. rex am Naturkundemuseum Kopenhagen zu sehen und ist nun wieder zurück.
Das zwölf Meter lange und vier Meter hohe Skelett des Raubsauriers aus der Oberkreidezeit ist 66 Millionen Jahre alt. Seine nachtschwarze Färbung ist charakteristisch für Fossilien aus der sogenannten Hell-Creek-Formation. Das ist eine fossilienreiche Gesteinsschicht im US Bundesstaat Montana, wo der T. rex 2010 gefunden wurde. Wie auch Tristan Otto stammen alle bisherigen T. rex Funde aus Nordamerika. Die Bergung und Konservierung der Knochen dauerte insgesamt vier Jahre. Nicht zuletzt wegen des fast vollständig erhaltenen Schädels zählt Tristan Otto zu den am besten erhaltenen Tyrannosaurus rex Exemplaren weltweit. Benannt ist Tristan Otto nach den Söhnen der beiden Besitzer.
Auge in Auge mit Raubsauriern
Den Auftakt zur Ausstellung geben drei spektakuläre Raubsaurierschädel, die im Original ausgestellt sind. Umgeben von spitzen Zähnen können Besucher die imposanten Schädel von Tristan Otto und Allosaurus aus nächster Nähe betrachten. Auch der Schädel eines T. rex Jungtiers ist Teil der Präsentation. Casper, so wurde das Fossil von seinem Besitzer getauft, wurde lediglich um die sieben Jahre alt. Damit stellt Casper eine Besonderheit dar, denn junge T. rex wurden bisher nur selten gefunden.
Mit Allosaurus und T. rex treffen hier zwei Spitzenprädatoren aufeinander, die sich zu Lebzeiten nie getroffen hätten. Denn Allosaurus machte in der Jurazeit die Wälder unsicher, während T. rex erst rund 80 Millionen Jahre später in der Kreidezeit lebte. Was wir heute über das Raub- und Sozialverhalten der Fleischfresser wissen, können Besucher hier Auge in Auge mit den Raubsauriern erkunden.
Ein Gang durch die Erdgeschichte
In den drei Erdzeitaltern leben unterschiedliche Dinosaurierarten. Besucher können sich in der Sonderausstellung entlang der Erdzeitalter bewegen. Beginnend mit dem ältesten Erdzeitalter, der Trias, reisen Besucher in die Jurazeit und enden in der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren. Auf ihrem Weg begegnen sie Dinos aus allen Erdzeitaltern. Begrüßt werden sie von Plateosaurus, einem Pflanzenfresser aus der Trias, der nicht nur erdgeschichtlich der älteste Dino der Ausstellung ist, sondern auch im Hinblick auf seine Entdeckung im Jahr 1834 zu den frühsten Dino-Funden überhaupt zählt.
Im darauffolgenden Jurazeitalter haben die Dinosaurier ihre Blütezeit. Bekannt geworden ist Jura (eng.: Jurassic) unter anderem durch den Film „Jurassic-Park“. Aus dieser Zeit stammt auch das Skelett des kleinen Nanosaurus, der sich im Gegensatz zu seinen räuberischen Zeitgenossen den Allosauriern, pflanzlich ernährte. Am Ende der Reise durch die Urzeit werden die Besuchenden vom T. rex Tristan Otto erwartet. Er zählt zu den letzten lebenden Dinosaurierarten.
Die meisten Stücke in der Sonderausstellung „Dinosaurier!“ sind Leihgaben von Privatbesitzern. Mehr zum Thema Fossilien in Privatbesitz finden sich hier.
Text: red