Armin Mueller-Stahl steht in seiner Ausstellung «Gegen das Vergessen» in der Orangerie von Schloss Neuhardenberg.
Armin Mueller-Stahl steht in seiner Ausstellung «Gegen das Vergessen» in der Orangerie von Schloss Neuhardenberg. Foto: Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Berlin (dpa) – Der Schauspieler und Künstler Armin Mueller-Stahl («Buddenbrooks») blickt sorgenvoll auf die politische Entwicklung in Deutschland. «Dieser Rechtsrutsch, wie ein ganzer Teil der Gesellschaft in die Vergangenheit driftet, bis ins Jahr 1933, das macht mir große Sorgen», sagte der 92-Jährige der «Jüdischen Allgemeine». 1933 hatten die Nationalsozialisten die Macht übernommen, nachdem sie zuvor bei demokratischen Wahlen deutlich stärkste Kraft wurden.

Angesprochen auf den Grund für seine Porträts von jüdischen Freunden, Kollegen, historischen Personen sagte Mueller-Stahl: «Der Judenhass. Dem wollte ich künstlerisch etwas entgegensetzen. Ich bin Jahrgang 1930, Deutscher, Nichtjude: Die jüdischen Porträts sind auch ein bewusstes Zeichen.»

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Mit den Porträts habe er «im letzten Abschnitt meines Lebens» wichtigen Weichenstellern seiner Biografie danken wollen. «Irgendwann stellte ich fest: Das waren in den allermeisten Fällen jüdische Weggefährten. Nicht nur, aber doch überwiegend.»

Einer davon war der Schauspieler und Theaterregisseur Fritz Wisten (1890-1962). «Ihm verdanke ich alles», sagte Mueller-Stahl. «Damals, in den 50er Jahren, wollte ich als Geiger Karriere machen, aber Wisten ließ mich nicht zurück zur Musik gehen.» Der Regisseur habe in ihm ein Talent als Schauspieler entdeckt, «das ich selbst und viele andere nicht in mir sahen».

Von Wisten habe er gelernt, was es handwerklich als Schauspieler zu lernen gebe. «Eine seiner Überzeugungen war: beim Spielen alles Überflüssige weglassen. Und je mehr der andere macht, desto weniger musst du machen. Das hat mich ein Leben lang begleitet. Den Erfolg in Deutschland und Amerika, den hätte ich ohne ihn niemals erfahren.»

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