Ein Mitarbeiter bedient in der Produktionshalle eine Maschine zur Verarbeitung von Metall.
Ein Mitarbeiter bedient in der Produktionshalle eine Maschine zur Verarbeitung von Metall. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa) – Die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen will mit der Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn in die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ziehen. Für Auszubildende und dual Studierende will die Gewerkschaft bei den im Herbst startenden Verhandlungen 170 Euro mehr pro Monat rausholen, wie sie am Freitag mitteilte. «Die Kolleginnen und Kollegen haben einen dauerhaften Ausgleich durch eine kräftige Steigerung ihrer Monatsentgelte verdient», sagte Dirk Schulze, IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer für Berlin, Brandenburg und Sachsen. Das könnten sich die Unternehmen auch leisten.

Damit folgt die Tarifkommission der IG Metall Berlin, Brandenburg, Sachsen der Forderungsempfehlung des Bundesvorstands der IG Metall vom Montag. Die Vertragslaufzeit soll zwölf Monate betragen.

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) kritisierte die Forderung als realitätsfern.«Mitten in der Rezession der Metall- und Elektroindustrie stellt die IG Metall eine der höchsten Entgeltforderungen der jüngeren Vergangenheit auf», sagte der VME-Vorstandsvorsitzende Stefan Moschko. «Die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie ist aktuell um mehr als ein Siebtel geringer als 2018, dem Jahr vor Beginn der Krise. Besserung ist nicht in Sicht.» Die Gewerkschaft solle jetzt einen Beitrag leisten, um den Standort zu stärken. «Dazu muss sie den eigenen Mitgliedern erklären, wie es um die tatsächliche Lage bestellt ist», sagte Moschko.

Bundesweit sind 3,9 Millionen Menschen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie beschäftigt. Auch in weiteren IG-Metall-Bezirken wurde am Freitag die Forderung nach sieben Prozent mehr Entgelt beschlossen.