Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur.
Ein Mann tippt auf einer beleuchteten Tastatur. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) – Nach neuen Hinweisen auf mögliche Schadsoftware bleibt die Stadtverwaltung Potsdam bis auf weiteres vom Landesverwaltungsnetz getrennt und der externe Email-Verkehr bleibt gekappt. «Dies bleibt solange der Fall, bis wir ausschließen können, dass für die Daten der Bürgerinnen und Bürger, die Server der Landeshauptstadt Potsdam oder unserer Partner eine Gefahr besteht», sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass durch die schnelle Abschaltung ein Datenabfluss verhindert worden ist.»

Schubert bat die Bürger um Verständnis: «Ich kann den Unmut der Potsdamerinnen und Potsdamer verstehen, die derzeit ihr Auto nicht anmelden können und keinen neuen Ausweis erhalten», sagte er. Aber es gebe den Hinweis auf eine kriminelle Attacke und die Stadt arbeite eng mit dem Landeskriminalamt und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zusammen, um sich zu wehren.

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Nach Hinweisen von Sicherheitsbehörden auf einen bevorstehenden Cyberangriff hatte die Stadtverwaltung die Verbindung zum Internet bereits am 29. Dezember gekappt. Manche Dienstleistungen für Bürger konnten daher nicht mehr angeboten werden, etwa das Beantragen eines vorläufigen Reisepasses, die An- und Abmeldung von Fahrzeugen und An- sowie Ummeldungen.

Vor gut einer Woche wurden zunächst die Mail-Verbindungen wieder aktiviert, ab Dienstag sollten weitere Verwaltungsdienstleistungen wieder ermöglicht werden. Am Dienstag sei dann jedoch eine hohe Anzahl von automatisierten Kommunikationsversuchen aus dem internen Netz an externe Server nachgewiesen worden, teilte die städtische Pressestelle mit. «Da dies als Hinweis auf Schadsoftware interpretiert werden kann, wurde umgehend das Landeskriminalamt informiert und parallel wurden die Server der Landeshauptstadt wieder vom Landesverwaltungsnetz Brandenburg getrennt.»

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