Immer länger werden die Staus zwischen Köpenick und Marzahn. Die TVO soll Entlastung bringen. Symbolbild: Getty Images Plus/iStock/Daniel Tadevosyan
Immer länger werden die Staus zwischen Köpenick und Marzahn. Die TVO soll Entlastung bringen. Symbolbild: Getty Images Plus/iStock/Daniel Tadevosyan
Ein Bündnis fordert, endlich das Planfeststellungsverfahren für die Tangentiale Verbindung Ost (TVO) auf den Weg zu bringen. Die Verkehrsbelastung in Biesdorf, Karlshorst und Köpenick sei unerträglich.
 
Wer mit dem Auto von Treptow-Köpenick nach Marzahn-Hellersdorf unterwegs ist, braucht viel Geduld. Immer länger werden die Staus entlang der Treskowallee in Karlshorst, der Rudolf-Rühl-Allee an der Wuhlheide und der Köpenicker Straße in Biesdorf. 
 
Anwohner und lokale Wirtschaft setzen große Hoffnungen in die TVO. Doch allein bei der Planung der Entlastungsstraße nahe der Wuhlheide kommt es immer wieder zu Verzögerungen.
 
In einer am Montag beschlossenen Resolution des „Breiten Bündnis Pro TV“ wird der „aktuelle und zukünftige Berliner Senat“ aufgefordert, das Planfeststellungsverfahren für die Straßen-TVO einschließlich Radschnellweg ohne weitere Verzögerungen einzuleiten. 

Breites Bündnis

Hinter dem  Bündnis stehen der Bürgerverein Karlshorst, Wirtschaftsverbände sowie Landes- und Bezirkspolitiker, darunter die Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick, Gordon Lemm und Oliver Igel (SPD), sowie Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke).
 
Mit der vollen Nutzung des Flughafens BER nach der Corona-Pandemie habe der Verkehr noch weiter zugenommen, heißt es in der Resolution. Gleichzeitig entstünden im Umfeld des Flughafens Unternehmensansiedlungen mit mehreren zehntausenden Arbeitsplätzen. „Um diesen Standort und die Industrie- und Gewerbeareale von Schöneweide, Adlershof und Berlin Eastside für Investoren und Arbeitnehmer attraktiv zu gestalten, ist eine vernünftige Verkehrsanbindung unerlässlich.“
 

Immer wieder Verzögerungen

 
Leider seien auch die letzten 18 Monate von weiteren Verzögerungen geprägt gewesen. Wurde im Sommer 2021 der Beginn des Planfeststellungsverfahren für Anfang des Jahres 2022 in Aussicht gestellt, ist nun von 2023 die Rede. „Für Anwohner, Gewerbetreibende und alle Verkehrsteilnehmer in dieser Gegend sind die ständigen Verzögerungen eine große Belastung.“
 
Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (3.v.r.) beim Treffen des "Breiten Bündnisses pro TVO" am 23. Januar. Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (3.v.r.) beim Treffen des „Breiten Bündnisses pro TVO“ am 23. Januar. Bild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
 
Anlässlich des Treffens des Bündnisses berichtete berichtetet Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, dass die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz noch einmal bekräftigt habe, dass das Planfeststellungsverfahren im dritten Quartal dieses Jahres starten soll. „Damit wäre ein wichtiger Schritt getan, aber es werden auf dem Weg bestimmt noch weitere Herausforderungen vor uns liegen“, schreibt der SPD-Politiker auf Facebook.
 

Massive Staus

 
Die TVO sei das wichtigste Stadtentwicklungs- und Infrastrukturprojekt im Osten der Stadt. Gerade dort habe sich die Wirtschaft und die Bevölkerungszahl besonders dynamisch entwickelt. Und damit auch der Verkehr. „Das belastet mehr als 100.000 Menschen mit täglichen massiven Staus vor ihrer Haustür und den damit einhergehenden Belastungen durch Lärm und Abgase“, so Geisel über das Vorhaben, „über das wir aber schon seit Jahrzehnten sprechen und bei dem wir bisher kaum von der Stelle gekommen sind“.
 
Dass das Verkehrsprojekt so lange auf sich warten lässt, liegt auch daran, dass nicht nur der Nutzen, sondern auch künftige Belastungen für Anwohner, Gewerbetreibende und Umwelt zu betrachten sind.
 
Der Verlauf des Teilstücks zwischen Köpenick und Marzahn sorgte für endlose Debatten. Umweltschützer kritisieren, dass in den Randbereichen der Waldgebiete Wuhlheide und Biesdorfer Busch einige Bäume gefällt werden. Der Senat hat allerdings zugesichert, dass möglichst wenig Wald in Anspruch genommen wird. Auch die Aufnahme eines Radschnellweges in die Planungsvarianten sorgte für Verzögerungen.

Schon zu DDR-Zeiten geplant

 
Die Planungen für die TVO reichen zurück bis in DDR-Zeiten. Vom Adlergestell in Adlershof aus soll sie durch die Wuhlheide zur Märkischen Allee in Marzahn führen. Der nördliche und südliche Abschnitt ist als Märkische Allee und Spindlersfelder Straße seit vielen Jahren in Betrieb. Die Lücke zwischen der B1/B5 und der Straße An der Wuhlheide soll nun geschlossen werden. Der ursprüngliche Baubeginn war für das Jahr 2016 geplant. Nun ist 2024 im Gespräch.
 
Text: Nils Michaelis

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